Notenbank: Drei Wege, wie der digitale Euro doch noch kommen könnte
Frankfurt. Christine Lagarde macht Druck. Die Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB) hält es für wichtig, dass Europa sich im Zahlungsverkehr von den USA emanzipiert – „für alle Fälle“. Gemeinsam mit den anderen Euro-Notenbankern sendete sie deshalb im April „ein klares Signal“, dass die EZB schleunigst den digitalen Euro einführen will.
In wenigen Jahren sollen die Bürger mit dem Smartphone genauso zuverlässig bezahlen können wie mit Euro-Scheinen und -Münzen – egal, ob sie in Flensburg ein Bahnticket kaufen, in einer Trattoria in Sizilien essen oder am Strand von Mallorca eine Sonnenliege mieten. Dieses Vermächtnis will Lagarde hinterlassen, wenn sie ihr Amt in zwei Jahren abgibt.
Doch wie das so ist mit Digitalisierungsprojekten in Europa: Der grundsätzliche Wille ist da, die technologischen Möglichkeiten vorhanden – aber beides ist nichts im Vergleich zur Zahl der Bedenkenträger: Es gibt anhaltende Widerstände in Politik und Bankenverbänden. Und so geht der digitale Euro gerade einen Weg, den viele Digitalprojekte auf dem Kontinent schon hinter sich haben: den durch die Mühen der Ebene. Ausgang ungewiss.