Chipkonzern: Exportkontrollen kosten Nvidia 5,5 Milliarden Dollar
München. Schwerer Schlag für Nvidia: Das Chinageschäft des weltgrößten Chipherstellers droht wegzubrechen. Der US-Konzern teilte am späten Dienstagabend mit, die amerikanische Regierung verlange nun Lizenzen für den Export seines H20-Chips in die Volksrepublik. Es gebe Bedenken, der Halbleiter könne in chinesischen Supercomputern verwendet werden. Da eine derartige Genehmigung noch nie erteilt wurde, kommt dies einem Verkaufsverbot gleich.
Nvidia kündigte deshalb Abschreibungen in Höhe von 5,5 Milliarden Dollar im laufenden Quartal an. Es gehe um Warenbestände und Abnahmeverpflichtungen bei Lieferanten. Die Analysten der US-Investmentbank Jefferies warnen, dass Nvidia zehn Milliarden Dollar an Umsatz verloren gehen könnten. Der Finanzinformationsdienst Bloomberg kalkuliert sogar mit 14 bis 18 Milliarden Dollar.
Die Investoren reagierten mit Verkäufen auf die Nachricht. Im frühen Handel gaben die Papiere am Mittwoch 5,7 Prozent auf rund 106 Dollar nach. Starke Verluste musste auch der Nvidia-Konkurrent AMD hinnehmen. Der Grund: Analysten fürchten, dass der Exportbann auch AMD-Chips trifft.
Warum greift die US-Regierung so hart durch, und welche Folgen hat das für Nvidia und die Lieferketten? Hier die Antworten auf die wichtigsten Fragen: