Konsum: US-Einzelhändler erreichen Umsatzplus im März
Washington. Der US-Einzelhandel hat im März und damit vor dem Zollschlag von Präsident Donald Trump ein kräftiges Umsatzplus eingefahren. Die Einnahmen stiegen um 1,4 Prozent im Vergleich zum Vormonat, wie das US-Handelsministerium am Mittwoch mitteilte. Von Reuters befragte Experten hatten nur einen Zuwachs von 1,3 Prozent auf dem Zettel, nach mageren 0,2 Prozent im Februar.
NordLB-Experte Tobias Basse sieht einen Hauptgrund für die höhere Umsätze: „Im März konnten die Einzelhandelsumsätze in den Vereinigten Staaten paradoxerweise von der Angst der Verbraucher vor den Zöllen profitieren.“ Zu dem beachtlichen Umsatzanstieg haben demnach vor allem die Autohäuser beigetragen.
Die Furcht vor bald höheren Preisen habe den Fahrzeugabsatz in den USA regelrecht beflügelt: „Damit haben die Konsumenten aber natürlich einen Wechsel auf die Zukunft ausgestellt, was den Umsatz mit Automobilen in den nächsten Quartalen belasten wird“, meint der Ökonom.
Experten rechnen mit steigender Inflation
Der Preisauftrieb hat in den USA jüngst zwar nachgelassen, was sich an der im März auf 2,4 (Februar: 2,8) Prozent gefallenen Teuerungsrate ablesen lässt. Viele Experten rechnen allerdings damit, dass der von Trump angezettelte internationale Handelskrieg die Inflation beschleunigen wird, da zahlreiche importierte Güter teurer werden dürften.
Diese Sorge treibt auch die Verbraucher um: Mit Blick auf die kommenden zwölf Monate rechnen sie laut einer Umfrage der Universität Michigan mit einer Teuerungsrate für Waren und Dienstleistungen von 6,7 Prozent. Das ist der höchste Wert seit 1981. Verbraucher berichteten von mehreren Warnsignalen, die das Rezessionsrisiko erhöhen.
Der Anteil der Amerikaner, die im kommenden Jahr mit einer höheren Arbeitslosigkeit rechnen, ist inzwischen so hoch wie seit der globalen Finanzkrise 2009 nicht mehr. „Ob der Umsatzanstieg im Einzelhandel die Konjunktursorgen dämpfen kann, darf angesichts des Zoll-Chaos bezweifelt werden“, so das Fazit von Helaba-Ökonom Ulrich Wortberg.