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GastkommentarWie sollte die EZB ihre Geldpolitik anpassen?

Die Gefahren für eine steigende Inflation nehmen zu. Die EZB darf nicht wieder tatenlos zusehen. Sie muss ihre Strategie grundlegend ändern, mahnt Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer. 30.04.2025 - 08:26 Uhr Artikel anhören
Der Autor Jörg Krämer ist Chefvolkswirt der Commerzbank Foto: dpa [M]

Die geldpolitische Strategie der Europäischen Zentralbank (EZB) aus dem Jahr 2021 konzentriert sich darauf, langfristig eine aus ihrer Sicht zu niedrige Inflation zu verhindern. In Zukunft ist jedoch eine zu hohe Inflation viel wahrscheinlicher.

Dem sollte die EZB bei der laufenden Überarbeitung ihrer geldpolitischen Strategie Rechnung tragen. Beim nächsten Inflationsschock darf die EZB nicht noch einmal wie 2021/22 ein Jahr lang tatenlos zuschauen.

Es gibt gute Argumente dafür, dass sich die Risiken dauerhaft in Richtung einer höheren Inflation verschoben haben. Schließlich sind Schocks wahrscheinlicher geworden, die das Angebot an Waren schlagartig verknappen und die Preise nach oben schießen lassen.

So könnten Donald Trumps massive Zollerhöhungen weitere Handelskonflikte auslösen. Das wäre etwa dann der Fall, wenn sich die EU mit Zöllen dagegen wehrte, dass China die EU mit Waren überschwemmt, die es nicht mehr in die USA exportieren kann. Höhere Zölle würden dann in der EU den Import verteuern und die Inflation befeuern.

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