Elektromobilität: Ausbau der Ladeinfrastruktur – Druck auf Immobilienbesitzer steigt
- Ein Gesetz verpflichtet viele Immobilienbesitzer dazu, bis zu einem Stichtag Wallboxen und Ladesäulen einzurichten.
- Dafür gibt es aktuell kaum Fördergelder, der Ausbau kann aber positive Auswirkungen auf die Gebäude haben.
- Dass auch private Immobilieneigentümer Lademöglichkeiten anbieten, ist essenziell für den Umstieg auf Elektrofahrzeuge.
Düsseldorf. Der Druck auf Immobilienbesitzer wird größer: Viele sind seit Anfang des Jahres verpflichtet, die Ladeinfrastruktur für Elektroautos an ihren Gebäuden massiv auszubauen. Wer bis Ende Mai 2026 nicht nachgebessert hat, riskiert ein Bußgeld von bis zu 10.000 Euro. So sieht es das Gebäude-Elektromobilitätsinfrastruktur-Gesetz, kurz GEIG, vor.
Doch reicht dieser Druck aus, damit die Elektromobilität in Deutschland zum Standard wird? Bei Vattenfall wird das kritisch gesehen: „Einige institutionelle Investoren schrecken diese Strafen nicht wirklich ab, da die Kontrolle durch den Staat schwierig umzusetzen ist“, teilt der Energieversorger auf Nachfrage des Handelsblatts mit. Außerdem sei eine Strafe von 10.000 Euro „meist günstiger als die Installation von x Ladepunkten“.
Auch Markus Hamacher, Geschäftsführer des Energie- und Nachhaltigkeitsberaters Westbridge, ist skeptisch: „Ein viel größerer Treiber für den Ausbau sind Fuhrparkmanager und Mieter mit Elektrofahrzeugen.“ Das bedeutet: Schwung für den Ausbau von Ladepunkten geht von all jenen aus, die bereits elektrisch fahren oder es zeitnah planen und sich dafür eine Ladelösung wünschen.