Immobilien: Blackstone gründet Logistikimmobilien-Plattform für Europa
Düsseldorf. Der US-Vermögensverwalter Blackstone gründet unter dem Namen Proxity einen europaweit aktiven Betreiber und Entwickler von Logistikimmobilien mit Sitz in Frankfurt. „Unser Ziel ist es, eine skalierbare Logistikplattform zu schaffen, die auf die sich wandelnden Bedürfnisse der Nutzer reagiert“, sagte James Seppala, Immobilienchef für Europa von Blackstone, dem Handelsblatt exklusiv vor der offiziellen Veröffentlichung der Pläne.
Blackstone ist mit einem verwalteten Vermögen von mehr als 1,2 Billionen US-Dollar über alle Anlageklassen hinweg der nach eigenen Angaben größte alternative Vermögensverwalter weltweit und auch einer der größten Immobilieninvestoren. „Logistik ist eines unserer strategischen Kernthemen weltweit. Der Sektor profitiert weiterhin von äußerst stabilen langfristigen Fundamentaldaten“, erklärt Seppala den Fokus der neuen Plattform.
Guido Piñol wird sie als Chef leiten, er ergänzt: „Die globale Entwicklung des elektronischen Handels und immer neue Anforderungen an Lieferketten treiben die Nachfrage nach modernen Lagerlösungen stetig an.“ Mit Blackstone an der Seite sei man hervorragend aufgestellt, Kapital effizient einzusetzen und Wachstum zu schaffen, auch deshalb, weil zahlreiche vielversprechende Immobilienprojekte in Arbeit seien.
Plattform-Konstrukt hat mehrere Vorteile
Das Portfolio von Proxity umfasst zum Start 500 Bestandsobjekte und Entwicklungsprojekte mit mehr als sieben Millionen Quadratmetern vermietbarer Fläche. Alle Liegenschaften gehören von Blackstone gemanagten Immobilienfonds. Den Wert des Portfolios will Blackstone nicht nennen.
Das Unternehmen wird in Kontinentaleuropa, Nordeuropa und Irland aktiv sein. Im Zuge des geplanten Wachstums soll das Immobilienportfolio weiter ausgebaut werden.
Das Unternehmen als Plattform aufzubauen, habe mehrere Vorteile, teilte Blackstone mit. „Einerseits erlaubt es uns, um hochqualifizierte Profis aus vielen verschiedenen Branchen zu werben“, so Seppala. „Andererseits bieten sich für uns als Blackstone auch mehr Optionen, zum Beispiel eine Weiterentwicklung der Plattform in Zukunft und auch ein teilweiser oder kompletter Verkauf des Unternehmens in öffentlichen oder privaten Märkten.“
Einen Verkauf hatte Blackstone im Jahr 2017 mit seiner Plattform Logicore gewählt. Sie hatte sich zu rund 70 Prozent auf den britischen Markt fokussiert. Das Unternehmen wurde für zwölf Milliarden Dollar an die China Investment Corporation verkauft. Mittlerweile gibt es mit Indurent ein neues Unternehmen mit Fokus auf Großbritannien. Zudem besteht eine weitere Plattform unter dem Namen Mileway mit einem breiteren Europa-Fokus inklusive Großbritannien.
Zum Führungsteam von Proxity sollen neben CEO Piñol auch CFO Jonas Kriebel und COO Yvo Postleb gehören. Piñol und Kriebel waren zuvor Manager von Office First, einem führenden Investor und Asset-Manager für Büroimmobilien. Postleb war früher Deutschlandchef des Immobiliendienstleisters Cushman & Wakefield.