Transatlantisches Verhältnis: Kann es Merz mit Trump aufnehmen?
Berlin, Washington, New York. J.D. Vance ist Donald Trumps Mann fürs Grobe. Umso erstaunlicher daher waren die sanften Töne, die der konfliktbereite US-Vizepräsident jetzt bei einer Veranstaltung der Münchner Sicherheitskonferenz (MSC) in Washington anschlug.
Statt die Europäer über vermeintliche Demokratiedefizite zu belehren, wie zuletzt im Februar bei der MSC, unterstrich Vance am Mittwoch Amerikas bleibende Verbindung zu Europa. „Ich denke sehr wohl, dass die Vereinigten Staaten und Europa immer noch in einem Team spielen“, sagte er.
Alles wieder gut also? So weit ist es nicht und so schnell wird es das auch nicht werden. Vance und sein Chef, US-Präsident Donald Trump, haben mit ihrer aggressiven Zollpolitik und der öffentlichen Demütigung des Ukrainers Wolodymyr Selenskyj im Weißen Haus Europas Vertrauen in Amerika fundamental erschüttert.
Aber zumindest gibt es derzeit das Bemühen, die Spannungen nicht zu verstärken. Deutschlands neuer Bundeskanzler Friedrich Merz telefonierte am Donnerstag mit Trump und lud den Amerikaner nach Deutschland ein. Merz will seinerseits schon bald zu einem Antrittsbesuch nach Washington reisen. Zudem, so hieß es aus der Bundesregierung, hätten beide vereinbart, auf ein Kriegsende in der Ukraine hinzuarbeiten „und die Handelsstreitigkeiten rasch beilegen zu wollen“.