Wisag-Chef: „Migration heißt für mich erst einmal Wettbewerb um Talente“
Frankfurt. Michael Wisser führt die von seinem Vater gegründete Dienstleistungsgruppe Wisag und ist SPD-Mitglied. Der Unternehmer prescht gerne mal mit Aussagen vor, die in seiner Partei für Diskussionen sorgen. Vor gut einem Jahr wetterte er gegen die Idee einer Viertagewoche und forderte stattdessen, mehr zu arbeiten, um den Wohlstand zu sichern.
Im Gespräch mit dem Handelsblatt findet der Unternehmer erneut deutliche Worte. Er sei dankbar, dass die Regierung Merz bereit sei, die „letzte Chance für die Demokratie“ zu nutzen. Gleichzeitig mahnt er einen differenzierten Umgang mit dem Thema Migration an und sieht Einwanderung als zwingend notwendig an.
Lesen Sie hier das komplette Interview:
Herr Wisser, Deutschland hat eine neue Regierung. Was überwiegt bei Ihnen: Zuversicht oder Ernüchterung?
Ich bin nicht nur zuversichtlich, ich bin sogar dankbar. Erinnern Sie sich an den Wahlabend? Bis zur letzten Sekunde war nicht klar, ob es für diese Zweierregierung reicht. Wir haben eine Dreierregierung hinter uns und haben gesehen, wo das endete.
Dankbar wofür?
Es ist demokratisch fünf vor zwölf. Schauen Sie sich die aktuellen Umfrageergebnisse der AfD an: Diese Regierung ist der letzte Hoffnungsanker für unsere Demokratie. Es haben sich Menschen zusammengefunden, die sich die Bürde auferlegen, diese letzte Chance zu nutzen. Da kann man doch nur jeden, der dazu bereit ist, bewundern und sich bedanken.