Geldanlage: „Die Schwäche des Dollar ist ein echtes Problem“
Frankfurt. Jenny Johnson, Chefin des US-Vermögensverwalters Franklin Templeton, sieht das Vertrauen europäischer Anleger in die US-Märkte trotz der jüngsten Kapitalabflüsse intakt. „Die meisten Investoren sehen die vergangenen turbulenten Wochen eher als kurzfristige Störung eines langfristig positiven Trends“, sagt die Managerin im Interview mit dem Handelsblatt.
Für ausländische Investoren sei die Dollar-Schwäche ein echtes Problem. „Ich glaube aber nicht, dass europäische Anleger das Vertrauen in die Innovationskraft des US-Marktes verloren haben.“
Johnson führt das von ihrem Großvater gegründete Traditionshaus in dritter Generation und gilt als eine der mächtigsten Frauen der Finanzindustrie. Seit ihrem Amtsantritt im Februar 2020 hat Johnson das verwaltete Vermögen von Franklin Templeton auf fast 1,6 Billionen US-Dollar mehr als verdoppelt. An der Börse ist Franklin Templeton derzeit 11,5 Milliarden Dollar wert.
Sorge bereitet Johnson das Defizit der USA. „Die USA müssen eine Lösung für ihr Schuldenproblem finden. Wir befinden uns auf einem Pfad, der langfristig nicht tragfähig ist.“