Iran: Europa im Abseits – Trump zerschlägt diplomatische Initiativen
Berlin. Die europäischen Reaktionen auf das US-Bombardement im Iran sind erst mit Verzögerung eingetröpfelt. So, als müssten sich die politisch Verantwortlichen auf dem alten Kontinent erst aus der Schockstarre lösen, die die Großmacht jenseits des Atlantiks mit ihrem Angriff in der Nacht zu Sonntag ausgelöst hatte.
„Ich bitte alle Seiten dringend darum, einen Schritt zurückzutreten, an den Verhandlungstisch zurückzukehren und eine weitere Eskalation zu verhindern“, schrieb die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas am Sonntagmorgen auf der Plattform X.
Am frühen Sonntagabend dann der gemeinsame Aufruf an den Iran von Deutschland, Frankreich und Großbritannien, an den Verhandlungstisch zurückzukehren: In einer gemeinsamen Erklärung warnten Bundeskanzler Friedrich Merz, der französische Präsident Emmanuel Macron und der britische Premier Keir Starmer Teheran eindringlich vor einer weiteren Eskalation. Noch am Freitag hatten sich die drei Länder um Diplomatie bemüht.
In der Erklärung, die nach Angaben der Bundesregierung auf Initiative von Merz verabschiedet wurde, bekräftigen die drei Regierungschefs ihren Einsatz für Frieden und Stabilität für alle Länder der Region und ihre Unterstützung für die Sicherheit Israels. Man habe stets klar zum Ausdruck gebracht, dass sich der Iran niemals Nuklearwaffen verschaffen dürfe. Vom Iran dürfe keine Bedrohung mehr für die regionale Sicherheit ausgehen.