Porsche: Salzburg genehmigt Tunnel für Wolfgang Porsche
Düsseldorf. An klaren Tagen ragt der Kapuzinerberg wie ein grüner Rücken über die Salzburger Altstadt. Wanderer steigen hier zu Fuß hinauf, durch schmale Gassen, vorbei an Denkmälern und Aussichtsplateaus mit Blick auf Dom, Festung und die Silhouette der Mozartstadt.
Kaum in dieses Idyll passt, dass sich unter dem bewaldeten Hang bald ein 500 Meter langer, privat finanzierter Autotunnel erstrecken soll – für ein einziges Haus. Und doch dürfte es genauso kommen.
Am Donnerstag hat der Planungsausschuss der Stadt Salzburg dem Bauvorhaben von Wolfgang Porsche zugestimmt. Der Milliardär, Aufsichtsratschef der Porsche AG und Sprecher der gleichnamigen Industriellenfamilie, hat in prominenter Lage am Berg das frühere Wohnhaus des österreichischen Schriftstellers Stefan Zweig erworben – und plant seither eine unterirdische Zufahrt.
Amtsbericht, Gegengutachten, Stellungnahme: Tunnel macht Trubel
Um das Projekt gab es viel Gezerre. Im Sommer war ein städtischer Amtsbericht positiv ausgefallen, die Zustimmung durch die regierende Salzburger Sozialdemokratische Partei Österreichs (SPÖ) galt eigentlich als Formsache.
Dann schob ein Gegengutachten die Entscheidung auf. Das Argument: „Tiefgarage und Zufahrtstunnel können nur als einheitliches Ganzes beantragt werden“, heißt es in dem Gutachten, das der Salzburger Verfassungs- und Verwaltungsrechtler Karim Giese im Auftrag der grünen Bürgerliste verfasst hat.