Immobilien: Der Traum vom unbeschwerten Wohnen im Alter wird unrealistischer
Berlin. Viele Menschen in Deutschland würden gerne eine Eigentumswohnung oder ein Haus besitzen. Doch die Realität sieht oft anders aus: Die Eigentumsquote hierzulande gehört zu den niedrigsten in Europa. Wer Wohneigentum erwerben möchte, für den sind vor allem hohe Kauf- und Kaufnebenkosten sowie die spätere Tilgung des Kredits mögliche Hürden.
Nach dem Kauf könnten allerdings schnell weitere Kosten zu einer erheblichen Belastung werden. Denn die Aufwendungen für den laufenden Betrieb wie auch für Instandhaltung sind deutlich gestiegen, stellen Immobilienexperten fest.
Andriy Semkiv, Geschäftsführer des Maklerhauses Dahler Berlin, sagt dem Handelsblatt: „Eigentümer sind zwar unabhängig von Mietpreisschwankungen, aber wie Mieter mit steigenden Belastungen bei warmen und kalten Nebenkosten konfrontiert.“ Mit warmen Nebenkosten sind Heizungs- und Warmwasserkosten gemeint, zu den kalten Nebenkosten gehören etwa die Abfallbeseitigung oder die Abwasserentsorgung, die Wartung von Aufzügen, aber auch die Pflege des Gemeinschaftsgartens. Zudem seien Instandhaltungsrücklagen zu bilden, ergänzt Semkiv.
Die zunehmenden Belastungen erschüttern inzwischen sogar bei Immobilienexperten die Idee einer selbst genutzten Immobilie als Altersvorsorge. Er sei noch mit der Vorstellung aufgewachsen, im Alter preiswert in einer Immobilie leben zu können, wenn diese erst abbezahlt sei, sagt Semkiv. Doch der Glaube daran, dass man im Alter nur Hausgeld zahlen muss und damit günstig wohnt, ist heute nach seiner Erfahrung so nicht mehr haltbar.