Meta: Zuckerberg wirbt Top-KI-Manager von Apple ab
San Francisco. Mark Zuckerberg hat schon wieder zugeschlagen. Der Meta-Chef versucht derzeit mit finanziell extrem lukrativen Angeboten, Experten für Künstliche Intelligenz (KI) bei konkurrierenden Start-ups und Konzernen abzuwerben.
Nun konnte der Meta-Chef offenbar einen Topmanager von Apple für sich gewinnen: Ruoming Pang, der das strategisch wichtige Team für Apples eigene KI-Modelle leitet. Das berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Montag. Meta bestätigte die Personalie, Apple ließ eine Anfrage des Handelsblatts indes unbeantwortet.
Pang, der 2021 von Google zu Apple wechselte, ist dem Bericht zufolge die neueste hochkarätige Ergänzung für Metas sogenanntes „Superintelligence“-Labor. Um den Manager zu überzeugen, soll Zuckerberg ihm ein Vergütungspaket im Wert von mehreren Dutzend Millionen Dollar pro Jahr angeboten haben.
Zuckerberg sucht persönlich nach KI-Talenten
Der Meta-Chef befindet sich derzeit auf einem regelrechten Einstellungsfeldzug. Zuletzt konnte er mehrere namhafte KI-Experten und -Manager wie den Scale-AI-Gründer Alexandr Wang, den Gründer Daniel Gross und den ehemaligen Github-CEO Nat Friedman mit großzügigen Angeboten für sich gewinnen.
Das ohnehin schon überdurchschnittliche Gehaltsniveau für KI-Spezialisten hat Zuckerberg damit weiter angehoben. Früheren Berichten zufolge sollen Einstellungsboni von bis zu 100 Millionen Dollar möglich gewesen sein. Die bisherigen Arbeitgeber der KI-Experten mussten teilweise mit eigenen Angeboten gegenhalten.
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Zuckerberg kümmert sich persönlich um das neue „Superintelligence“-Labor. Das Projekt soll Meta im globalen Wettlauf um die führende Rolle in der KI-Technologie eine herausragende Position verschaffen. Der Meta-Chef sucht insbesondere bei den überlegenen Konkurrenten OpenAI und Google nach Talenten für das Team. Potenzielle Kandidaten empfängt Zuckerberg auch in seinen Privathäusern in Palo Alto und am Lake Tahoe.
Das Ziel von Meta ist es, KI-Technologie zu entwickeln, die dem Niveau der menschlichen Intelligenz entspricht oder sie sogar übertrifft – daher der Name „Superintelligenz“. KI-Forscher und -Experten halten dieses Konzept indes für irreführend und bezweifeln, dass es mit der aktuellen Technologie überhaupt erreicht werden kann. Meta hatte zuletzt trotz großer Investitionen Schwierigkeiten, bedeutende Fortschritte in der KI-Technologie zu erzielen. Zuckerberg hatte daraufhin offenbar die Geduld verloren.
Möglicher Beginn einer Abwanderungswelle bei Apple
Im Gegensatz zu den Tech-Konzernen Google, Meta und Microsoft war Apple zunächst nicht im großen Stil auf den aktuellen Boom um KI-Technologie eingestiegen. Zuletzt versuchte der Konzern jedoch aufzuholen. Zu den wichtigsten Projekten gehören eine Neuauflage der KI-Assistentin Siri sowie spezielle KI-Modelle, die direkt auf Apple-Geräten laufen, also keine Verbindung zum Internet benötigen.
Pang nahm dabei eine besonders wichtige Rolle ein. Er leitet bei Apple ein etwa 100-köpfiges Team, das für die Entwicklung der großen Sprachmodelle des Unternehmens zuständig ist – die Grundlage für „Apple Intelligence“ sowie weitere KI-Funktionen auf iPhones und anderen Geräten, etwa die Transkription oder die Bildgenerierung. Auf der Entwicklerkonferenz WWDC kündigte Apple Anfang Juni an, diese Modelle erstmals auch für externe Entwickler zu öffnen, was neue iPhone- und iPad-Apps ermöglichen sollen.
Pangs Abschied könnte den Anfang einer Abwanderungswelle bei Apple markieren: Laut von Bloomberg zitierten Insidern haben mehrere Ingenieure ihren Kollegen bereits mitgeteilt, dass sie zeitnah zu Meta oder anderen Tech-Unternehmen wechseln wollen. Tom Gunter, einer von Pangs wichtigsten Stellvertretern bei Apple, verließ die Firma bereits im vergangenen Monat.