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MilizenKeine Kooperation mit Extremisten

Der syrische Präsident gibt sich nach außen moderat. Doch im Land lässt er vieles vermissen. Seine Abhängigkeit von den Milizen ist gefährlich. 25.07.2025 - 19:27 Uhr Artikel anhören
Kämpfer in Syrien: Sunnitische Beduinen-Clans verfolgen Angehörige der drusischen Minderheit. Foto: dpa

Der syrische Interimspräsident Ahmed al-Sharaa hat den Syrern einen Neuanfang versprochen. Mit den Verbrechen des ehemaligen Regimes sollte ein für alle Mal Schluss sein. Nach außen gibt er sich moderat. Doch nach innen hält er bisher nicht Wort.

In den vergangenen Tagen ist es zu schweren Übergriffen auf die religiöse Minderheit der Drusen gekommen. Auf sozialen Medien tauchten Bilder und Videos auf, die zeigten, wie mit der neuen Regierung verbündete Milizionäre drusische Männer auf öffentlichen Plätzen kaltblütig erschossen.

In einem Fall wurden drei Drusen gezwungen, von einem Balkon in den Tod zu springen. Zum Teil wurden mehrere Familienmitglieder in ihren Häusern ermordet, Hab und Gut geplündert.

Drusen-Minderheit

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Vorausgegangen waren dem Morden und Brandschatzen Entführungen und Racheakte zwischen beduinischen Stämmen und Drusen in der mehrheitlich drusischen Provinz Suweida in Südsyrien.

Sharaa schickte Kämpfer der syrischen Armee und des Innenministeriums, um die Lage zu beruhigen. Ein Waffenstillstand hielt jedoch keine 24 Stunden. Auch viele Drusen machten einen ihrer Würdenträger und Milizenchefs für die Verletzung der Vereinbarung verantwortlich.

Daraufhin mobilisierten sunnitische Stämme Kämpfer aus dem ganzen Land. Zehntausende Kämpfer zogen mit mörderischer Entschlossenheit in den Krieg. Ihre Schlachtrufe, ihre Fahnen, ihre Taten – sie erinnern fatal an den sogenannten „Islamischen Staat“.

Die dokumentierten Gräueltaten sind schwer erträglich: geplünderte Dörfer, systematische Zerstörung – das Abschneiden von Schnurrbärten, ein Symbol drusischer Würde. Auch Drusen verübten Verbrechen. Die tagelangen Kämpfe forderten Hunderte von Toten.

Sharaa braucht Unterstützung

Sharaa hatte versprochen, die Minderheiten zu schützen. Doch jetzt rief er die Milizionäre erst unter internationalem Druck zurück. Der Grund dürfte sein: Sharaa braucht ihre Unterstützung.

Die Interimsregierung hat eine Untersuchung der Verbrechen in Suweida angekündigt. Das tat sie auch im Frühjahr, nachdem es zu schweren Übergriffen gegen die Minderheit der Alawiten gekommen war. Die Kämpfe forderten mehr als 1400 Todesopfer.

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Eine Untersuchungskommission kam jetzt zu dem Ergebnis, dass es keine Befehle von oben gab. Das ist wenig überraschend, da Sharaa selbst die Kommission einsetzte. Die Kommission veröffentlichte ihren Untersuchungsbericht nicht.

Soll das „neue Syrien“ nicht zerfallen, wird es erheblichen Druck auf Sharaa brauchen, damit er die Extremisten in den eigenen Reihen zur Rechenschaft zieht. Wer jetzt noch wegschaut, macht sich mitschuldig – durch Schweigen, durch Gleichgültigkeit.

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