USA: Trumps Triumph – Kann seine Strategie tatsächlich langfristig aufgehen?
New York. Die Handelspolitik von US-Präsident Donald Trump zeigt sich kurz vor der flächendeckenden Einführung von Zöllen auf US-Importe, die einen Tag vor dem geplanten Inkraftreten am 1. August von der US-Regierung noch einmal auf den 8. August verschoben wurde, erfolgreicher als bislang angenommen. Die US-Wirtschaft ist von April bis Juni mit drei Prozent deutlich stärker gewachsen als erwartet, die US-Aktienmärkte erreichen nach den schweren Turbulenzen im April neue Rekordstände.
Mehrere Indizien deuten darauf hin, dass Trump aus dem globalen Handelskonflikt als Sieger hervorgehen könnte: Auf dem Anleihemarkt ist seit dem Beginn von Trumps Amtszeit die zehnjährige Rendite von 4,8 auf 4,4 Prozent gefallen. Die Inflation zog zuletzt zwar an und liegt nun bei 2,6 Prozent, wie Daten vom Donnerstag zeigen. Doch der Anstieg war bislang langsamer und schwächer als befürchtet.
Gleichzeitig nahm das persönliche Einkommen der amerikanischen Haushalte im Juni um 0,3 Prozent gegenüber dem Vormonat zu. Den Daten zufolge hatten US-Verbraucher insgesamt rund 61 Milliarden Dollar mehr zur Verfügung. Auch der US-Arbeitsmarkt zeigt sich entgegen allen Erwartungen vom Zollchaos weitgehend unbeeindruckt.
„Die US-Wirtschaft überrascht wieder einmal durch ihre große Widerstandsfähigkeit“, sagt der unabhängige Kapitalmarktberater Ed Yardeni. Wirtschaftsfördernde Initiativen wie Anreize, in den USA zu produzieren und zu forschen, und eine Deregulierung in der Finanz- und Technologiebranche könnten das Wachstum in den kommenden Monaten demnach noch weiter antreiben.
Allerdings erinnern Ökonomen daran, dass Trumps unvorhersehbare Zollpolitik ein großes Risiko bleibe. So stellt Josh Jamner, Investmentstratege beim US-Vermögensverwalter Clear Bridge, mit Blick auf Daten der sogenannten Endnachfrage eine zunehmende Zurückhaltung von Verbrauchern und Unternehmen fest.