VW-Tochter: Darum könnte es für Audi sinnvoll sein, ein Verbrenner-Werk zu bauen

Bereits die erste Amtszeit von US-Präsident Donald Trump hätte für Audi eine Warnung sein müssen – spätestens seither war klar, dass der deutschen Autoindustrie drastische Einfuhrzölle drohen könnten.
Auch zwischen 2016 und 2020 waren die Entscheidungsträger in Ingolstadt nervös, denn letztlich stand der gesamte US-Markt für Audi auf dem Spiel. Doch dann kam der Transatlantiker Joe Biden in Washington an die Macht und alle Ängste verflogen.
Im Jahr 2025 muss Audi nun bei knapper Kassenlage schmerzhafte und teure Entscheidungen treffen. Klar ist: Ohne eigenes US-Werk geht es nicht mehr. Der einst offene globale Automarkt ist zur Spielmasse geopolitischer Interessen der Großmächte geworden. Wer in China Autos verkaufen will, muss in China produzieren. Dasselbe gilt nun auch für die USA.
Audi muss US-Absatz schnell erhöhen
Für Audi-Chef Gernot Döllner stehen harte Zeiten an. Denn ein US-Werk wird Milliarden kosten. Amortisieren lassen sich die Kosten nur, wenn der Absatz in den USA schleunigst steigt. Noch ist das nicht der Fall. Im ersten Halbjahr ist er um fast zwölf Prozent gesunken.
Schnell umkehren kann Döllner diese negative Entwicklung nur, wenn er in den USA Modelle mit hoher Nachfrage bauen lässt. Das wären in diesem Fall eben keine Elektroautos. Im Gegensatz zu Europa und China entwickelt sich der US-Elektroautomarkt nur schleppend. Verbrenner und Plug-in-Hybride spielen dort nach wie vor eine große Rolle.
Ohne Zweifel wäre das eine gewagte Entscheidung. Denn für die globale Außenwirkung ist eine Milliardeninvestition in ein neues Werk, in dem überwiegend Verbrenner gebaut werden, nicht gerade förderlich. Aus rein betriebswirtschaftlicher Perspektive allerdings wäre ein solcher Schritt durchaus nachvollziehbar. Denn Umweltschutz, Progressivität und Diversität liegen in den USA nicht gerade im Trend.
Erstpublikation: 06.08.2025, 07:12 Uhr.