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Märkte-InsightWas Buffett an United Health gefällt

Der Starinvestor hat die Aktie des Krankenversicherers neu in sein Portfolio aufgenommen. Privatanleger sollten den Schritt indes nicht nachmachen.Astrid Dörner 19.08.2025 - 17:56 Uhr Artikel anhören
159, Marktkolumne, ET: 20.08.2025, Astrid Dörner Foto: IMAGO/Westend61

Was Warren Buffett kauft oder verkauft, wird von Anlegern auf der ganzen Welt verfolgt. Der Starinvestor, der sein Konglomerat Berkshire Hathaway seit 60 Jahren führt, hat sich über die Jahrzehnte einen Ruf als Stock-Picker aufgebaut und viele seiner Aktionäre zu Millionären gemacht.

Sein neuester großer Zukauf, United Health, ist eine Aktie, die in sein Beuteschema passt. Buffett ist als sogenannter Value-Investor ein Fan von unterbewerteten Aktien – und davon gibt es derzeit nur wenige.

Kein Wunder, dass das Papier nun nicht nur in Buffetts Portfolio liegt. Auch Restrukturierungsexperte David Tepper vom Hedgefonds Appaloosa Management kaufte die Aktie im zweiten Quartal, wie vergangene Woche bekannt wurde. Gleiches gilt für Investor Michael Burry von Scion Asset Management. Er kaufte Aktien und wettete zudem über Optionen auf steigende Preise.

Trotz der prominenten Investoren ist die Aktie für Kleinanleger kein Selbstläufer. Zwei Gründe stechen dabei hervor.

Seit den Tiefstständen nach der Finanzkrise, Anfang 2009, hat sich die Aktie bis zu ihrem Höchststand Ende 2024 mehr als verdreißigfacht, wie Whitney Tilson vom Analysehaus Stansberry Research zu bedenken gibt. Buffett schätzt den großen Kursabschlag, mit dem die Aktie derzeit zu haben ist.

Am Montag ging sie mit 308,45 Dollar aus dem Handel. Doch ob dies nun tatsächlich günstig sei, „ist nicht so einfach zu beantworten“, gibt Tilson zu bedenken. United Health erzielte 2024 einen Gewinn pro Aktie von 27,66 Dollar und kam damit auf eine Bewertung des 11,1-Fachen des Gewinns – etwa halb so viel wie der Durchschnitt im breit gefassten S&P-500-Index. „Analysten erwarten für dieses Jahr jedoch einen Gewinnrückgang von 41 Prozent – damit wäre die Bewertung beim 18,9-Fachen des Gewinns – was deutlich weniger günstig erscheint“, rechnet Tilson vor.

United Health steht vor einer ganzen Reihe von Problemen. Das US-Justizministerium hat Untersuchungen eingeleitet, die zu teuren Strafen führen und den Aktienkurs weiter belasten könnten, warnen Branchenkenner. Dabei geht es um möglichen Betrug rund um Abrechnungspraktiken mit der staatlichen Krankenversicherung Medicare.

Zweitens: Auch abgesehen von den Strafen steht das Unternehmen vor großen Herausforderungen, sowohl was das Geschäft angeht als auch die Reputation. United Health ist nicht nur der größte Krankenversicherer der USA. Es ist ein vertikal integrierter Gesundheitskonzern, der auch medizinische Versorgung anbietet, genauso wie Datenanalysen und Apotheken-Dienstleistungen. Die Kosten für Behandlungen sind in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen, ebenso wie die Inanspruchnahme von Leistungen.

Wichtig werde, wie die Regierung von US-Präsident Trump in den kommenden Jahren ihre Vergütungssätze für das staatliche Medicare-Programm gestalten wird, die Krankenversicherung für Amerikaner ab 65. Sollten hier große Veränderungen anstehen, würde das weiter und nachhaltig auf die Profitabilität drücken, warnt Kevin Fischbeck, Analyst der Bank of America.

CEO Brian Thompson wurde im vergangenen Jahr ermordet. Als wahrscheinliches Motiv des Täters gilt Hass auf United Health und das US-Gesundheitssystem. Patienten und Ärzte würden United Health vorwerfen, oft nur widerwillig und zu wenig zu zahlen, wie unter anderem die „New York Times“ und das „Wall Street Journal“ berichteten.

Selbst im Geschäftsbericht warnt der Konzern vor den Risiken „negativer Publicity, die unseren Aktienkurs negativ beeinflussen und uns unerwarteter oder unbegründeter behördlicher Prüfung aussetzen kann“, heißt es im Geschäftsbericht.

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Ein Turnaround bei United Health kann angesichts der vielfältigen Probleme auf sich warten lassen. Buffett ist für seinen langen Atem bekannt. Bei vielen Privatanlegern sehe die Lage anders aus, sagt Fischbeck. „Selbst wenn sie so langfristig denken, erwarten sie in jedem einzelnen Jahr positive Renditen."

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