Interview mit Dan Wang: „Wir haben Chinas Innovationsfähigkeit lange Zeit unterschätzt“
Berlin. Dan Wang gilt als einer der führenden Experten für die chinesische Tech-Industrie. International bekannt wurde er durch einen Rundbrief, in dem er einmal im Jahr seine Sicht auf China und die Veränderungen in dem Land zusammenfasst. Derzeit ist er Research Fellow am Hoover History Lab der Universität Stanford.
Der Kanadier mit chinesischen Wurzeln hat mehrere Jahre in den USA und China gelebt. In seinem neuen Buch mit dem Titel „Breakneck: China’s Quest to Engineer the Future“ (Deutsch: Halsbrecherisch: Chinas Streben nach der Konstruktion der Zukunft) vergleicht er die amerikanische, nach seiner These juristisch geprägte politische Führung mit der von Ingenieuren dominierten chinesischen Führung und deren Wirkung auf die Innovationsfähigkeit der beiden Länder.
Im Interview erklärt er, warum chinesische Unternehmen ihren deutschen Konkurrenten international immer mehr Marktanteile abnehmen, welche Vor- und Nachteile die Dominanz von Ingenieuren im chinesischen System hat und wie es zur Unterschätzung Chinas bei Künstlicher Intelligenz (KI) kommen konnte.