Sozialdemokraten: Der SPD droht der nächste Rückschlag
Berlin. Ob Generalsekretär Tim Klüssendorf in Haan, Parteichef Lars Klingbeil beim Kneipentalk „Köln wir müssen reden“ in Nippes oder seine Co-Vorsitzende Bärbel Bas bei der Landeskonferenz der NRW-Jusos in Gelsenkirchen: Die gesammelte SPD-Spitze war in den vergangenen Tagen unterwegs in Nordrhein-Westfalen.
Denn die Sozialdemokraten wissen: Die Kommunalwahlen an diesem Sonntag sind wegweisend, auch für die Bundespartei. Ein schwaches Ergebnis wäre ein Debakel – und dürfte auch in Berlin neue Unruhe schüren. In Nordrhein-Westfalen geht es für die SPD um nicht weniger als ihre letzte Bastion – das Ruhrgebiet.
„Für die SPD sind die Kommunalwahlen in NRW wichtig, weil hier ein großer Teil ihrer Parteibasis sitzt und auch die Führungsspitze der Partei eng mit dem Land verbunden ist“, sagte Politikwissenschaftler Stefan Marschall von der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf dem Handelsblatt. Das Ruhrgebiet gelte für die Sozialdemokraten nach wie vor als „Herzkammer“. Gleichzeitig sei laut Marschall eine Entfremdung zwischen Partei und den Menschen in den früheren sozialdemokratischen Hochburgen spürbar.