Kommentar: Der autokratische Block reüssiert, der Westen verzwergt sich

Es war wieder einmal eine Woche mit einprägsamen Bildern. Bilder, die geschichtsträchtig die neue Macht des autokratischen Blocks illustrieren und zugleich die ganze Ohnmacht der Europäer symbolisieren.
Die Woche begann mit dem Treffen der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit im chinesischen Tianjin, bei dem Partei- und Staatschef Xi Jinping eindrucksvoll und unter Beifall von Russlands Präsident Wladimir Putin, Indiens Premier Narendra Modi und seinem türkischen Amtskollegen Recep Tayyip Erdogan die Führungsrolle der Volksrepublik über die nichtwestliche Welt untermauerte.
Es folgte die Militärparade in Peking, wo Xi in Anwesenheit der beiden Ehrengäste, des Kriegsherrn im Kreml und des nordkoreanischen Diktators Kim Jong-un, die Militärkraft der Volksarmee präsentierte und an das siegreiche Ende des Zweiten Weltkriegs über den Faschismus – vor allem aber über Japan – erinnerte.
„Auf der richtigen Seite der Geschichte“ wähnte sich Xi, die „Menschheit“ stehe vor „wichtigen Entscheidungen zwischen Krieg oder Frieden“. Das war die mahnende und unüberhörbare Botschaft an den kleinen freiheitlichen Rest der Welt.