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Nahost-KonfliktGespräche über Trump-Plan gehen weiter

Die Atmosphäre bei der ersten Gesprächsrunde sei positiv gewesen, berichten Medien. Im Fokus dürfte die Freilassung der Geiseln gestanden haben. Trump zeigt sich weiter zuversichtlich. 07.10.2025 - 04:54 Uhr Artikel anhören
Ein Zeltlager für vertriebene Palästinenser im Gazastreifen: Im Nachbarland Ägypten gehen heute die Friedensverhandlungen weiter. Foto: Abdel Kareem Hana/AP/dpa

New York. Zwei Jahre nach dem Massaker islamistischer Terroristen in Israel wächst die Hoffnung auf eine Waffenruhe im Gazastreifen. Nach Beginn der Gespräche im ägyptischen Scharm El-Scheich zeigte sich US-Präsident Donald Trump zuversichtlich, dass sein Friedensplan bald umgesetzt werden könne. „Wir haben enorme Fortschritte gemacht“, sagte der Republikaner in Washington. Arabische Medien berichteten, die erste Runde der Gespräche sei in der Nacht zu Dienstag in „positiver Atmosphäre“ zu Ende gegangen.

Heute sollen die Gespräche, die noch mehrere Tage dauern könnten, fortgesetzt werden. Details über Inhalte wurden zunächst nicht bekannt. 

Derweil setzte Israel arabischen Berichten zufolge seine Angriffe im Gazastreifen ungeachtet der Gespräche auch am Montag fort. Mindestens zehn Palästinenser seien dabei getötet worden, berichtete der Sender Al Dschasira. Nach der Teilzustimmung der islamistischen Hamas zu seinem Plan hatte Trump Israel am Freitag aufgefordert, sofort die Bombardierung des Gazastreifens einzustellen, damit die von der Hamas in dem Küstengebiet festgehaltenen Geiseln sicher und schnell befreit werden könnten. 

„komplette Geheimhaltung“ zu den Details der Verhandlungen

Am Montag hatte sich eine Hamas-Delegation mit Vermittlern aus Katar und Ägypten getroffen. Auch Gespräche unter Beteiligung der USA mit Vertretern Israels waren geplant. Dabei sollte es zunächst um die Freilassung der verbliebenen 48 Geiseln im Gegenzug für eine Waffenruhe im Gaza-Krieg und die Entlassung Hunderter palästinensischer Häftlinge gehen. Nach israelischen Informationen sind von den 48 Geiseln nur noch 20 am Leben.

Der britische Sender BBC berichtete unter Berufung auf palästinensische und ägyptische Beamte, dass sich die Gespräche auf die „Schaffung der Voraussetzungen“ für einen möglichen Austausch konzentrierten, bei dem alle israelischen Geiseln im Gegenzug für eine Reihe palästinensischer Gefangener freigelassen würden.

Trump und Netanjahu sprachen Ende September im Weißen Haus und verkündet kurz darauf den Friedensplan. Foto: dpa

Ähnlich berichtete der staatsnahe ägyptische Fernsehsender Al-Kahira News: Die Delegationen würden „die Vorbereitung der Rahmenbedingungen für die Freilassung von Häftlingen und Gefangenen“ im Einklang mit dem US-Plan diskutieren. Ägyptische und katarische Vermittler arbeiteten demnach mit beiden Seiten zusammen, um einen Mechanismus für den Austausch zu schaffen. Weiter hieß es, es herrsche eine Stimmung der „kompletten Geheimhaltung“ zu den Details der Verhandlungen.

Trump drückt bei den Verhandlungen seit einigen Tagen aufs Tempo

Weitere Fragen, darunter die Entwaffnung der Hamas und ein israelischer Truppenrückzug aus dem Küstenstreifen, sind noch umstritten. Israel hatte bereits Zustimmung zu dem Plan signalisiert, die Hamas stimmte in Teilen zu.

Trump begründete seinen Optimismus auf eine bevorstehende Einigung damit, dass alle diesen Deal abschließen wollten. Es gebe kein Land, das sich dagegenstelle. „Alle wollen, dass es passiert – sogar, denke ich, die Hamas“, sagte Trump. Er habe mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan gesprochen, der sich stark für eine Einigung einsetze und bei der Hamas ebenso hohes Ansehen genieße wie Katar, die Vereinigten Arabischen Emirate und Saudi-Arabien, führte Trump aus. Auch aus dem Iran habe es ein „sehr starkes Signal“ gegeben.

Alle wollen, dass es passiert – sogar, denke ich, die Hamas
Donald Trump
US-Präsident

Trump drückt bei den Verhandlungen seit einigen Tagen aufs Tempo. Auch Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu betonte, sein Land und die USA seien entschlossen, die Verhandlungen auf wenige Tage zu beschränken.

Auch Außenminister Johann Wadephul geht von zügigen Verhandlungen aus. „Diese erste Phase müssen wir jetzt in dieser Woche, spätestens Anfang der nächsten Woche schaffen“, verlangte Wadephul am Montag in Tel Aviv nach einem Treffen mit seinem Kollegen Gideon Saar. „Das ist machbar und das muss unser Ziel sein.“ Er bot Israel und Palästinensern umfangreiche deutsche Unterstützung bei der Umsetzung des Gaza-Friedensplans an.

Heute setzt Wadephul seine Vermittlungsreise vor dem Hintergrund der Gespräche über den Friedensplan in Ägypten fort. In der Hauptstadt Kairo will der CDU-Politiker Gespräche mit Außenminister Badr Abdel-Atti über die aktuelle Verhandlungssituation führen. Wadephul hatte seine ursprünglich auf die Golf-Emirate Katar und Kuwait beschränkte Nahostreise zunächst um einen Aufenthalt in Israel am Montag ergänzt. 

Gaza-Krieg

Trotz Trumps Waffenruheplan – Israel setzt Angriffe fort

Der britische Premier Keir Starmer sagte, sein Land begrüße die US-Initiative für Frieden im Nahen Osten. Die Priorität in der Region bleibe unverändert – „die Freilassung der Geiseln. Verstärkte Hilfe für Gaza. Und eine Waffenruhe, die zu einem dauerhaften und gerechten Frieden als Schritt hin zu einer Zweistaatenlösung führen kann. Ein sicheres Israel neben einem lebensfähigen palästinensischen Staat.“ 

Bundeskanzler Friedrich Merz forderte in einer Videobotschaft erneut, alle Geiseln müssten sofort freigelassen werden. „Wir setzen große Hoffnung in den Friedensprozess.“

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Am 7. Oktober 2023 hatten Terroristen der radikalislamischen Hamas gemeinsam mit anderen Islamisten das schlimmste Massaker in Israels Geschichte angerichtet. Etwa 1.200 Menschen wurden damals getötet, mehr als 250 in den Gazastreifen verschleppt. Allein auf dem Nova-Festival bei Reim im Süden des Landes starben mehr als 400 Besucher.

Israel reagierte darauf mit einer Militäroffensive. Seit Kriegsbeginn wurden nach Angaben der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde mehr als 67.000 Palästinenser im Gazastreifen getötet.

dpa
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