Verteidigung: Drohnenabwehr wird zu neuer Milliarden-Industrie
München, Düsseldorf. Wenn es um die Abwehr von Drohnen geht, dann fallen in diesen Tagen markige Worte. Deutschland befinde sich im „Wettrüsten zwischen Drohnenbedrohung und Drohnenabwehr“, sagt etwa Innenminister Alexander Dobrindt. „Abschießen statt abwarten“, fordert Bayerns Ministerpräsident Markus Söder. Tatsächlich fragen sich derzeit viele Bürger, warum Deutschland Häfen, Kasernen und Wirtschaftsbetriebe nicht gegen das Eindringen von billigen Kleindrohnen schützen kann.
Der Druck ist also groß, zumal Deutschland bei der Luftverteidigung eine führende Rolle in Europa einnehmen soll. Die EU-Kommission hat am Donnerstag einen Aufrüstungsplan für Europa vorgestellt. Demnach soll Deutschland die Hauptverantwortung für den Aufbau der Flugabwehr in Europa tragen.
Doch so groß der Wille zum Handeln ist, so schwierig ist die Drohnenjagd in der Praxis. Fast alle Rüstungshersteller sowie einige Start-ups versprechen Lösungen. So gilt der „Skyranger“ von Rheinmetall mit seiner Flugabwehrkanone als besonders wirkungsvoll, die Bundeswehr beabsichtigt, 600 dieser Radpanzer anzuschaffen. Diehl hat das „Kinetic Defence Vehicle“ entwickelt, das sowohl Raketen als auch Abfangdrohnen starten kann.