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WeltnudeltagWieso werden Nudeln von den Deutschen so geliebt?

Kaum eine Kultur, die nicht Nudeln isst. Der Weltnudeltag erinnert daran, dass die Menschheit sich in vielen Dingen einig sein kann. Deutschland importierte 2024 mehr denn je. 30.10.2025 - 09:56 Uhr Artikel anhören
Spaghetti: Gefüllt oder ungefüllt, lang oder kurz, Weizen oder Reis als Basis, die Nudel schmeckt in zahllosen Kulturen. Foto: Getty Images

Düsseldorf. Archäologen haben in China Hinweise auf die Herstellung von Nudeln gefunden. Diese belegen, dass schon mindestens vor 4000 Jahren Menschen Nudeln produziert haben.

In einer vermeintlich zunehmend komplexeren Welt, in der Unterschiede betont werden, ist die Nudel mehr als ein Sattmacher. Ob langförmig oder in Muschelgestalt – sie erinnert uns daran, dass die Menschheit mehr verbindet als trennt.

Frische Pasta: Ob handgemacht oder industriell gefertigt – die Nudel ist gleichermaßen beliebt. Foto: Firlus

Und Deutschland, allen Unverträglichkeiten gegenüber Gluten zum Trotz, importiert auf Rekordniveau Nudeln. Im Jahr 2024 waren es 470.000 Tonnen. Das sind umgerechnet 15,3 Gramm pro Bewohner und Tag im Jahr.

Die Liebe der Deutschen und ihre Verbundenheit zu Italien zeigt sich auch bei der Nudelauswahl. Mit 404.100 Tonnen kommen 86 Prozent der importierten Nudeln von der Halbinsel.

Dass sie dort wiederum ihren Siegeszug antraten, mag auch mit der Verbreitung getrockneter Teigwaren durch arabische Köche in Sizilien im Mittelalter zu tun haben, so wie das japanische Sushi seine Wurzeln in Südostasien hat.

Eines der schlagenden Argumente pro Pasta ist ihre Vielfalt, Anpassungsfähigkeit, Duldsamkeit. Als Glasnudel, Spaghetti oder Kritharaki in Reiskornform sind sie Basis für Weltküchen.

Pasta aus dem 3D-Drucker: Die Marke Barilla wollte einst Restaurants eigene Formen ermöglichen. Foto: picture alliance / ROPI

Um die Zukunft der Nudel muss sich angesichts ihrer Offenheit für Veränderungen niemand sorgen. Der Hersteller Barilla plante einst, Restaurants die Möglichkeit zu geben, mit 3D-Druckern eigene Formen zu entwickeln.

Die Toleranz der Nudel gegenüber Zubereitungsmethoden ist vorbildlich. Kaum ein Mehl, und sei es welches aus Bucheckern, das nicht verwendet wurde.

Dass die Nudel auch in Deutschland weiterhin umfangreich produziert wird und dieser Anteil gar steigt, hat auch mit ihrer Gleichgültigkeit gegenüber jeder Ernährungsphilosophie zu tun. Sie akzeptiert Zubereitung mit Öl, ohne oder mit Ei oder nur Wasser.

Chitarra: Die italienische Küche hat die Nudel vereinnahmt und global promotet. Foto: Firlus

289.800 Tonnen Pasta und verwandte Teigwaren wurden 2024 in Deutschland hergestellt. Das bedeutet einen Zuwachs um 8,7 Prozent gegenüber 2014. Und schiedlich-friedlich teilen sich die Nudeln mit jeweils hälftiger Menge die Zubereitung mit oder ohne Ei.

Von der Nudel können wir lernen, offen zu sein und bereit zu Veränderungen. Der Weltnudeltag zelebriert sie zu Recht als vielleicht weltgrößten gemeinsamen Nenner der Menschheit.

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Erstpublikation: 23.10.2025, 17:18 Uhr.

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