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UberFahrdienstleister plant Robotaxi-Flotte mithilfe von Nvidia

Der Fahrdienstleister will 100.000 vollautonome Taxis auf die Straßen bringen. Uber setzt auf Partner wie Stellantis und Mercedes – und kämpft mit früheren Rückschlägen.Philipp Alvares de Souza Soares, Felix Holtermann 29.10.2025 - 02:35 Uhr Artikel anhören
Uber-App: Die Zusammenarbeit mit Nvidia könnte die Kosten von Robotaxis für Kunden senken. Foto: dpa

San Francisco. Der Fahrdienstleister Uber will gemeinsam mit dem Chipkonzern Nvidia eine Flotte von 100.000 autonomen Fahrzeugen aufbauen. Der Ausbau solle 2027 beginnen, teilte Nvidia am Dienstag mit. Dieser Schritt könnte dazu beitragen, die Kosten für Uber-Fahrten mit vollautonomen Taxis zu senken, so das Versprechen.

Die Ankündigung baut auf einer früheren Partnerschaft auf, die beide Unternehmen im Januar geschlossen hatten. Damals hatte Uber zugesagt, einen Teil seiner Fahrdaten zur Verfügung zu stellen, um die KI-Modelle und die Chiptechnologie von Nvidia zu verbessern, die Autobauer für die Entwicklung autonomer Fahrzeuge nutzen können.

Am Dienstag stellte Nvidia im Rahmen seiner GTC-Konferenz in Washington eine neue Technologieplattform vor: „Nvidia Drive AGX Hyperion 10“ genannt. Sie ermöglicht es Herstellern, ihre Fahrzeuge mit Hardware und Sensoren auszustatten, die mit kompatibler Software für autonomes Fahren zusammenarbeiten können.

Im Rahmen der Kooperation werde die Opel-Mutter Stellantis zu den ersten Herstellern gehören, die mindestens 5000 von Nvidia angetriebene Robotaxis liefern, hieß es. Diese sollen dann in Uber-Flotten in den USA und andernorts zum Einsatz kommen, erklärte Uber in einer separaten Mitteilung. Der Fahrdienstvermittler werde die vollständige Verwaltung dieser Fahrzeuge übernehmen, inklusive Kundendienst, Laden, Reinigung und Wartung.

Stellantis wiederum werde mit dem chinesischen Auftragshersteller Foxconn bei der Hardware und der Systemintegration zusammenarbeiten, teilte der Autobauer in einer weiteren Erklärung mit. Der Produktionsstart ist für 2028 geplant, wobei die ersten Einsätze bei Uber in den USA beginnen sollen. Pilotprogramme und Tests sollen demnach in den kommenden Jahren schrittweise ausgeweitet werden.

Kampfansage an die Konkurrenz

Die Ankündigung vom Dienstag unterstreicht Ubers Bemühen, zur Plattform für Robotaxis verschiedener Hersteller zu werden. Zugleich ist die Zahl von 100.000 selbstfahrenden Autos zunächst vor allem als PR-Aussage zu werten: Weder Uber noch Nvidia machten Angaben dazu, wann diese Zielmarke erreicht werden soll.

Neben Stellantis arbeiteten auch die Hersteller Mercedes-Benz und Lucid an Fahrzeugen, die mit Nvidias neuer Technologieplattform „Hyperion 10“ kompatibel seien, hieß es.

Uber hatte bereits im Sommer verkündet, selbst zum Robotaxi-Anbieter werden zu wollen – und damit den auf der eigenen Plattform aktiven selbstständigen Fahrern Konkurrenz zu machen. So hieß es, dass in den kommenden sechs Jahren in verschiedenen Ländern mindestens 20.000 selbstfahrende Autos auf Basis des Lucid-Modells Gravity und unterstützt vom Autopilot-Start-up Nuro eingeführt werden sollen. Die Fahrzeuge sollen Uber oder Flottenpartnern gehören.

In einigen US-Städten wie Atlanta vermittelt das Unternehmen auch Robotaxis des Technologiepioniers Waymo. Selbstfahrende Fahrzeuge von Volkswagen sollen ebenfalls auf die Plattform kommen. Uber kündigte zudem an, dass außerhalb der USA Robotaxis der chinesischen Firma Baidu vermittelt werden sollen.

Uber hatte bereits Robotaxi-Pläne

Allerdings gab es schon in der Vergangenheit hochgesteckte Pläne, die sich dann nicht realisierten. Die Entwicklung eigener Technologie zum autonomen Fahren hatte Uber schon vor Jahren aufgegeben nach einem tödlichen Unfall bei einer abendlichen Testfahrt in Arizona im Jahr 2017.

Auch der Autohersteller Tesla, einst Pionier bei autonomen Fahrtechniken, hinkt den selbst gesteckten Plänen hinterher. Die Uber-Anleger gaben sich am Dienstag unbeeindruckt von den Plänen: Die Aktie notierte leicht im Minus.

Als Marktführer gilt – mit weitem Abstand – das Google-Schwesterunternehmen Waymo. Es betreibt derzeit als einziger Konzern einen frei verfügbaren kommerziellen Robotaxidienst in den USA. Die Konkurrenz kam über das Teststadium oder kleine Startterritorien bislang nicht hinaus.

Waymos Flotte wuchs zuletzt auf 2000 Fahrzeuge, der Schwerpunkt liegt bislang auf San Francisco und anderen Westküstenmetropolen. Im kommenden Jahr sollen 2000 weitere Taxis und neue Standorte an der US-Ostküste hinzukommen. Außerdem expandiert das Unternehmen derzeit nach London und Tokio.

Bei einem Auftritt in San Francisco erklärte Waymo-CEO Takedra Mawakana am Montag, künftig verstärkt auch auf Essenslieferungen setzen zu wollen. In diesem Segment nimmt Partner und Konkurrent Uber bislang eine Führungsrolle ein.

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Mit Material von Bloomberg und dpa.

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