Kommentar: Warum wir uns diesen Staat nicht leisten sollten

In der Debatte um Friedrich Merz’ Schicksalskurven hat Unionsfraktionsvize Sepp Müller etwas ebenso Triviales wie Tiefgründiges gesagt: „Eine Gesellschaft, die dauerhaft mehr ausgibt, als sie erwirtschaftet, verliert nach und nach ihre Kraft.“
Das klingt wie eine Binsenweisheit, ist aber eine unumstößliche ökonomische Wahrheit. Vor allem vor dem Hintergrund jener drei ökonomischen Kurven, an denen der Kanzler seine Politik bemessen lassen will: Der Staatskonsum steigt, das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stagniert, die privaten Investitionen fallen. Jeder Manager, jede Unternehmerin kennt die Folgen aus so einer Bilanz: Wenn die Ausgaben die Einnahmen übersteigen, dann ist das eine finanzielle Schieflage – und Handeln gefragt.
Ein Unternehmer, der in eine solche Situation gerät, würde prüfen, wie er schnell und spürbar Kosten senken und Umsätze steigern kann. Er würde Strukturen hinterfragen, Prozesse verschlanken und unnötige Ausgaben streichen. Vielleicht würde er sogar mit Kunden, Lieferanten und der Belegschaft ins Gespräch über Zugeständnisse gehen und sich von Geschäftsfeldern trennen. Und er würde neue Zielgruppen, Produkte, Preismodelle oder Partnerschaften ausloten.