Rentenstreit: Merz bleibt bei seiner Position – und gibt ein Versprechen
Berlin. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) betritt wenige Minuten vor der Generaldebatte den Plenarsaal des Deutschen Bundestags, geht zu seinem Platz auf der Regierungsbank und legt seine dunkelblaue Ledermappe mit dem goldenen Bundesadler ab. Direkt neben ihm stehen zusammen die SPD-Bundesminister Lars Klingbeil und Boris Pistorius sowie Stefanie Hubig und Verena Hubertz. Der Kanzler grüßt, redet, lacht mit seinen Regierungsmitgliedern – wie unter Freunden.
Am anderen Ende des Plenums, auf den Hinterbänken, haben die jungen Abgeordneten der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Platz genommen. Der Chef der Jungen Gruppe, Pascal Reddig, und der Vorsitzende der Jungen Union, Johannes Winkel, scheinen an diesem Morgen die Distanz zur Regierung zu suchen.
So geht es seit Wochen: Die Jungen in der Union wehren sich dagegen, eine Rentenreform mitzutragen, die aus ihrer Sicht in einem Detail nicht vom Koalitionsvertrag gedeckt ist. Ein Detail, das die Beitragszahler in den 2030er-Jahren mit bis zu 120 Milliarden Euro belasten könnte.
An diesem Mittwoch steht die Frage im Raum: Wird der Kanzler auf die Kritik der jungen Unionsabgeordneten eingehen, damit die Mehrheit für Aktivrente, Frühstart-Rente, Mütterrente und auch das mit Steuergeld gestützte Rentenniveau bis 2031 steht?