Verteidigung: Quantum Systems liefert der Bundeswehr Aufklärungsdrohnen
Berlin. Quantum Systems wird für die Bundeswehr Drohnen herstellen. Das Münchner Start-up wurde mit der Lieferung von etwa 750 Aufklärungsdrohnen beauftragt. Das geht aus einer Vorlage des Bundesfinanzministeriums hervor, über die der Haushalts- und der Verteidigungsausschuss diese Woche entschieden haben.
Demnach wurde die weniger als vier Kilogramm schwere Twister-Drohne bei Quantum Systems bestellt. Konkret wird Quantum Systems zunächst 147 Fluggeräte liefern. In einem zweiten Schritt können dann aus der Rahmenvereinbarung weitere 600 Drohnen abgerufen werden. Der Gesamtwert des Auftrags liegt bei etwa 85 Millionen Euro. Die ersten 147 Fluggeräte sollen bis 2028 ausgeliefert werden, der Großteil im Jahr 2027.
Bisher setzt die Bundeswehr die knapp vier Kilogramm schwere Drohne Aladin des bayerischen Herstellers EMT ein, der Ende 2021 von Rheinmetall übernommen wurde. Aladin wurde bei Auslandseinsätzen der Bundeswehr für die Aufklärung eingesetzt. Auch die Polizei-Sondereinheit GSG 9 nutzt das Fluggerät mit bis zu fünf Kilometern Reichweite, das Livebilder versenden kann.
Für Quantum Systems ist dieser Zuschlag bereits der zweite Erfolg in kurzer Zeit. Das Unternehmen erhielt als Partner der Rüstungstochter von Airbus neben dem Verteidigungs-Start-up Helsing auch den Zuschlag für die Entwicklung des KI-Projekts Uranos KI. Dabei geht es um die durch Künstliche Intelligenz gestützte Überwachung der Ostflanke der Nato. Dafür sollen unterschiedlichste Sensoren miteinander vernetzt werden, um so ein umfassendes Lagebild liefern zu können.
68 Millionen Euro für KI-Projekt Uranos
Die Haushälter des Bundestags haben für das entsprechende Entwicklungs- und Beschaffungsvorhaben gerade knapp 68 Millionen Euro freigegeben. Ziel ist, zunächst die Panzerbrigade 45 auszustatten, die dauerhaft in Litauen stationiert wird und Ende 2027 einsatzbereit sein soll.
An Airbus Defence und Quantum Systems wird ein Auftrag im Wert von 28,3 Millionen Euro fest vergeben, bei Helsing sind es 39,2 Millionen Euro. Optional winkt den drei Firmen ein Auftragsvolumen von weiteren 68 Millionen Euro, wenn sich die Systeme bewähren. Für die Vollausstattung aller Heeresbrigaden soll dann später eines der beiden konkurrierenden Systeme ausgewählt werden.
Die Aufträge zeigen, welche Rolle Quantum Systems und Helsing inzwischen in der Rüstungsbranche eingenommen haben. „Wir sind der Marktführer bei unbemannten Systemen“, sagte der Co-Chef von Quantum Systems, Sven Kruck, kürzlich.
Erst Ende November hatte die Firma weitere 180 Millionen Euro bei Investoren eingesammelt und damit innerhalb von sechs Monaten ihre Firmenbewertung auf drei Milliarden Euro verdreifacht. Unter den deutschen Rüstungs-Start-ups ist nur der direkte Konkurrent Helsing mit zwölf Milliarden Euro noch mehr wert.