Sicherheit: Drohnen überfliegen französischen Atom-U-Boot-Standort
Paris. Der Standort der französischen Atom-U-Boote ist von mehreren Drohnen überflogen worden. Wie die französische Nachrichtenagentur AFP berichtete, gaben die Sicherheitskräfte am Donnerstagabend an dem Stützpunkt auf der bretonischen Landzunge Île Longue daraufhin Schüsse ab.
Bei den Drohnen soll es sich um kleine Modelle gehandelt haben, die die sensible Infrastruktur nicht bedroht hätten, zitierte die Zeitung „Libération“ einen Sprecher der Präfektur für den Atlantik.
„Das Überfliegen von Militärstützpunkten ist in unserem Land verboten“, reagierte die französische Verteidigungsministerin Catherine Vautrin am Vormittag. Sie lobt das Eingreifen der Sicherheitskräfte vor Ort. „Es wurde Anzeige erstattet“, sagte sie und wies darauf hin, dass die Herkunft dieser Drohnen zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht geklärt sei. Aktuell laufen Ermittlungen, die Aufschluss über die Herkunft der Piloten geben sollen.
Frankreich verfügt über vier Atom-U-Boote, von denen Raketen mit Atomsprengköpfen mit einer Reichweite von etwa 10.000 Kilometern abgefeuert werden können. Sie alle sind in Île Longue stationiert. Laut dem Friedensforschungsinstitut Sipri besitzt Frankreich 290 der weltweit etwa 12.100 Atomwaffen und ist damit nach Russland, den USA und China die viertgrößte Atommacht. Auch aus der Luft kann Frankreich Atomwaffen einsetzen.