Kündigung: So sollten Manager nach einem plötzlichen Jobverlust reagieren
Düsseldorf. Eben noch Bereichsvorstand, jetzt soll er gehen: Peter Dahl (Name geändert) sitzt vor der Personalchefin des Automobilzulieferers aus Süddeutschland und einem Unternehmensjuristen. Auf dem Tisch liegt ein Aufhebungsvertrag. Der Puls des Managers rast. Dem 58-Jährigen, seit über zwanzig Jahren im Unternehmen, fehlen die Worte.
Unerwartet entlassen zu werden, „das schockt jeden“, sagt Nils Schmidt, Vorstand des Deutschen Führungskräfteverbands (DFK) in Essen. Seit 13 Jahren ist der Fachanwalt für Arbeitsrecht für den Verband mit rund 15.000 Mitgliedern tätig.
Eine Entlassungswelle wie diese hat Schmidt noch nicht erlebt. Binnen eines Jahres ist die Zahl arbeitslos gemeldeter Führungskräfte um 14 Prozent auf durchschnittlich 49.000 hochgeschnellt.
Das ergeben exklusiv für das Handelsblatt erstellte Analysen der Bundesagentur für Arbeit zu den aktuellen Beschäftigtenzahlen. Der prozentuale Anstieg war 2025 deutlich größer als bei anderen Beschäftigtengruppen.
Ob aus der Automobilbranche, der Chemieindustrie oder dem Maschinenbau, rund 2000 Fälle hat Schmidt in den vergangenen zwölf Monaten beraten. Ein trauriger Rekord. Üblich sind rund 1500 Beratungen.
Nicht selten brechen gestandene Frauen und Männer wie Dahl vor Schmidt in Tränen aus, wenn sie vom Moment ihrer Entlassung berichten. „Dann ist neben rechtlicher Beratung auch psychologische Betreuung gefragt, um die Betroffenen wieder aufzubauen.“
Die meisten Führungskräfte durchlaufen die klassische Krisenkurve: Auf „Das kann doch nicht wahr sein“ folgen Wut und Trauer. Bis zur Akzeptanz kann es Wochen dauern, weiß Schmidt. „Nicht mal zehn Prozent unserer Mandanten nehmen das sportlich und sagen: Ich unterschreibe den Aufhebungsvertrag und suche mir eine neue Stelle.“
Der Experte gibt vier Tipps für betroffene Manager: