Verdi: Mehr Warnstreiks im öffentlichen Dienst geplant
Berlin. Die Gewerkschaften wollen ihre Warnstreiks im öffentlichen Dienst der Länder ab kommender Woche deutlich ausweiten. Betroffen sein sollen unter anderem Uniklinken und Verwaltungen sowie teilweise auch Kitas, wie der Chef der Gewerkschaft Verdi, Frank Werneke, ankündigte.
In der Tarifrunde für den öffentlichen Dienst der Länder haben die Arbeitgeber auch in der zweiten Verhandlungsrunde kein konkretes Angebot für Lohnerhöhungen vorgelegt. Die Gewerkschaften reagierten am Freitag nach Abschluss der zweitägigen Gesprächsrunde enttäuscht und kündigten eine Ausweitung der Warnstreiks an. „Ein verbindliches Angebot hat die Tarifgemeinschaft der Länder (TdL) nicht vorgelegt, stattdessen von einem ‚Schnaps oberhalb der Inflation‘ geredet", sagte Verdi-Chef Frank Werneke in Potsdam. „Die Arbeitgeber haben den Ernst der Lage für viele Beschäftigte nicht erkannt.“
Der Chef des Deutschen Beamtenbundes (dbb), Volker Geyer, warf den Arbeitgebern vor, die Verhandlungen vor die Wand zu fahren. „Die Gewerkschaften müssen offensichtlich den Druck erhöhen und die Streikaktionen massiv ausweiten", sagte Geyer. Regional seien davon weitere Unikliniken, Straßenräumdienste oder Beschäftigte in Schulen und Finanzämtern betroffen.
Die Gewerkschaften fordern sieben Prozent mehr Geld, mindestens aber 300 Euro monatlich, bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Die Arbeitgeber haben dies als unbezahlbar zurückgewiesen und die Gesamtkosten auf 12,6 Milliarden Euro beziffert. Ihr Verhandlungsführer ist Hamburgs Finanzsenator Andreas Dressel (SPD).
Die dritte Verhandlungsrunde ist für den 11. bis 13. Februar angesetzt. Von der Tarifrunde sind etwa 2,2 Millionen Beschäftigte im öffentlichen Dienst der Länder betroffen, mit Ausnahme von Hessen, das einen eigenen Tarifvertrag hat.