Nikkei, Topix & Co.: So reagieren die Märkte in Asien auf Trumps Zollandrohungen
Tokio. Die Finanzmärkte in Asien reagieren unterschiedlich auf die Drohung von US-Präsident Donald Trump, neue Zölle für acht europäische Länder zu erheben. Während einige Indizes zulegten, gaben andere nach. Am stärksten waren die Ausschläge in Japan: Der Nikkei-225-Index rutschte zeitweise um mehr als ein Prozent ab, die Anleihenrenditen stiegen und der Yen gewann an Wert.
Die Wirtschaftszeitung „Nikkei“ führte das auf eine Kombination aus innenpolitischen und globalen Faktoren zurück. Die anhaltende Unsicherheit über die überraschend von Regierungschefin Sanae Takaichi angekündigte vorgezogene Parlamentswahl sowie die Besorgnis über die Zollpolitik von US-Präsident Trump und andere nationale und internationale Faktoren „belasteten die Stimmung erheblich“, schrieb „Nikkei“.
Ruhige Lage an den Aktienmärkte
Dennoch fielen die Ausschläge insgesamt in Asien und Australien eher moderat aus:
- Der australische ASX200-Index notierte um 13.12 Uhr Ortszeit mit 8862 Punkten 0,5 Prozent unter dem Schlusskurs vom Freitag.
- Singapurs Straits-Times-Index sank in der ersten Handelsstunde um 0,5 Prozent auf 4826 Punkte. Der Hang Seng Index in Hongkong verlor im selben Zeitraum 0,8 Prozent.
- Der Shanghai Composite Index legte hingegen um 0,5 Prozent auf 4120 Punkte zu. Die chinesische Regierung hatte gemeldet, dass das Wachstum trotz eines schwächeren vierten Quartals das offizielle Wachstumsziel von fünf Prozent erreicht habe.
- Taiwans Taiex, der am Freitag nach einem Handelsdeal mit den USA stärker gestiegen war, tendierte ebenfalls leicht im Plus.
- In Südkorea drehte der Kospi-Index nach schwankendem Beginn im Vormittagshandel und setzte seine jüngste Rally fort. Bis 11 Uhr Ortszeit stieg er um 0,8 Prozent auf 4879 Punkte.
- Japan ist ein Sonderfall: Der Nikkei ging bis zur Mittagspause um 0,97 Prozent auf 53.412 Punkte zurück, der breiter gefasste Topix-Index um 0,47 Prozent auf 3641 Punkte. Allerdings stiegen die Aktien von Lebensmittelproduzenten und Einzelhändlern, da sich im Zuge des Wahlkampfs die Aussichten auf eine Streichung der Mehrwertsteuer auf Lebensmittel erhöhen.
Anleihen: Die bevorstehende Parlamentswahl bewegt Japans Märkte
In Japan wird die Dynamik von den Neuwahlen bestimmt. Ministerpräsidentin Takaichi wird den genauen Zeitplan am Abend in einer Pressekonferenz bekanntgeben. Laut Berichten werden die Japaner am 8. Februar das Unterhaus neu wählen.
Takaichi möchte ihre hohe Popularität nutzen, um eine Mehrheit für ihre Koalition oder ihre eigene konservative Liberaldemokratische Partei (LDP) zu erzielen. Zwei Oppositionsparteien haben jedoch am Montag eine gemeinsame Wahlliste gegründet, die dies verhindern könnte.