Grönland-Streit: Trumps Zollandrohung löst Forderungen nach WM-Boykott aus
Berlin. Was könnte US-Präsident Donald Trump zum Umdenken bewegen? Nach seinen jüngsten Zolldrohungen gegenüber EU-Mitgliedstaaten fordern erste deutsche Politiker einen Boykott der in diesem Jahr in den USA, Kanada und Mexiko stattfindenden Fußball-WM. „Europa braucht jetzt eine geschlossene Antwort. Maßnahmen zur Regulierung amerikanischer Tech-Konzerne könnten kurzfristig Wirkung zeigen, aber auch eine Absage der Teilnahme an der WM sollte diskutiert werden“, sagte SPD-Wirtschaftspolitiker Sebastian Roloff dem Handelsblatt.
Trump hatte im Streit um Grönland nach der Entsendung von Soldaten neue Zölle gegen einige EU-Staaten angekündigt, darunter auch gegen Deutschland. Trump erhebt Ansprüche auf die Insel, die zu Dänemark und damit zur EU gehört.
Auch der CDU-Außenpolitiker Jürgen Hardt hat ein Fernbleiben von der WM ins Spiel gebracht. Hardt sagte dem Deutschlandfunk, für den Fall, dass die Vereinigten Staaten Grönland widerrechtlich annektierten, könne er sich nicht vorstellen, dass man dort ein fröhliches Fußballfest feiere. Das würde für ihn bedeuten, dass man dann als Europäer überprüfen müsse, ob man an solchen Spielen teilnehmen könne. „Wer Zölle als Druckmittel für Gebietsansprüche nutzt, stellt sich außerhalb jeder partnerschaftlichen Logik“, sagte SPD-Politiker Roloff.