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Die Kanzlerin wird 60Happy Birthday, Angie

Die Kanzlerin feiert Geburtstag – und das heißt: Zeit für Geschenke! Einen VHS-Computer-Kurs, ein Überlebenstraining oder eine Einladung zum Griechen. Handelsblatt Online hat ein paar Präsente für Angela Merkel.Lisa Hegemann, Christof Kerkmann, Daniel Klager, Stefan Menzel und Dietmar Neuerer und Maike Freund, Jan Mallien 17.07.2014 - 13:22 Uhr Artikel anhören

Liebe Frau Merkel,
mir ist klar, dass Sie sich mein Geschenk selbst leisten könnten. Aber wissen Sie, warum so viele Männer in der ganzen Republik Langsamen Walzer und Cha-Cha-Cha lernen? Genau: Sie bekommen einen Gutschein für einen Kurs geschenkt.

Ich möchte Sie nicht aufs Parkett oder an den Herd zerren – Ihre Kartoffelsuppe soll ja ohnehin gut sein –, sondern ins Internet führen, dieses „Neuland“. Deswegen schenke ich Ihnen einen Gutschein für einen Computerkurs in der VHS.

Die Biographie der Angela Merkel - Teil 1
Die Anfänge
Die Eltern
Umzug in die DDR
Polnische Wurzeln
Schulzeit
Religion
Studium in Leipzig
Akademie der Wissenschaften
Dissertation

Die Berliner Volkshochschulen haben da einiges im Angebot: „PC-Grundlagen und Internet-Grundlagen“ gibt es in Neukölln, nur ein paar Kilometer vom Kanzleramt entfernt. In Pankow erklären sie, wie man soziale Netzwerke sicher nutzt, aber das kann Ihnen auch der Seibert zeigen. In Treptow-Köpenick reden sie über Internetsicherheit. Der Obama schnüffelt doch gerade bei Ihnen, oder? So kommen Sie auch mal raus aus der Käseglocke.

Was, Sie haben keine Zeit, weil sie immer so lange mit Gröhe, Dobrindt und Gabriel zusammensitzen müssen? Wissen Sie was: Nehmen Sie die doch gleich mit – die Kursgebühr zahle ich von meinen Steuern mit. Zumindest, wenn die Politik Ihrer Bundesregierung das Digitale dann nicht mehr als Terra Incognita behandelt.

In diesem Sinne: Herzlichen Glückwunsch zum runden Geburtstag – wir sehen uns im Neuland!

Christof Kerkmann

Die Griechen sind nicht alle gut auf Merkel zu sprechen, zeigen auch die Figuren beim Rosenmontagszug.

Foto: dpa

Die Karriere der Angela Merkel
1991
1994
1998
1999
2000
2002
2005
2009
2010
Januar 2012
Dezember 2012
2013

Liebe Frau Merkel,

zum 60. Geburtstag würde ich Sie gerne zu meinem Lieblingsgriechen einladen. Wir gehen zum Oberbilker Grill. Dort gibt es das beste Gyros in ganz Düsseldorf. Ich kann Ihnen sehr die Pita in der Tasche empfehlen. Oder, wenn Sie nicht so viel Fleisch mögen, den Bauernsalat mit Schafskäse. So wie ich den Wirt kenne, kriegen wir bestimmt mindestens einen Ouzo spendiert. Die Herzlichkeit der Griechen wird Sie begeistern!

Eine kleine Vorwarnung noch: Zu fast allen Gerichten gehört eine ordentliche Ladung Knoblauch. Ich stelle mir gerade vor, wie Sigmar Gabriel wohl gucken würde, wenn Sie mit einer kräftigen Knoblauchfahne neben ihm am Kabinettstisch säßen. Aber darauf lassen wir es besser nicht ankommen. Am besten wäre also, wenn wir an einem Freitag gehen. So mache ich das auch immer, ich sitze nämlich im Großraumbüro.

Muss sich US-Präsident Barack Obama wegen Merkels Rede den Schweiß abwischen? Es war einfach nur heiß, als Obama 2013 Deutschland besuchte. Doch Merkels Rede hätte rhetorisch besser sein können.

Foto: dpa

Was soll das bringen? Deutschland war lange die populärste Nation in Griechenland. Und auch wir mochten die Griechen sehr. Das lag bestimmt an den Gegensätzen: Sie bewunderten unsere Ordnung und Effizienz – und wir ihre Herzlichkeit und lockere Lebensart. Leider ist viel kaputt gegangen. Aber jetzt ist es Zeit, nach vorne zu schauen.

Lassen Sie uns auf die deutsch-griechische Freundschaft trinken. Prost! Oder wie die Griechen sagen: Jámas!

Jan Mallien

Biographie Angela Merkel - Teil 2
Start der politischen Karriere
Desaster bei der ersten Volkskammerwahl
Die Wiedervereinigung
Beitritt zur CDU
Die Karriere nimmt ihren Lauf
„Kohls Mädchen“
Erster Machtausbau

Hier könnte jeder ein Überlebenstraining brauchen: Flüchtlinge aus Afrika vor Lampedusa.

Foto: Reuters

Ich bin jetzt kein großer Anhänger von Angela Merkel. Ihre Art, Debatten treiben zu lassen, bis sie sich von selbst erledigt haben, finde ich aber durchaus beeindruckend. Es gehört schon sehr viel Selbstdisziplin dazu, nicht auf Provokationen zu reagieren und parteiinternen Kritikern oder dem politischen Gegner eins auszuwischen. Andererseits lebt unsere Demokratie auch vom Streit, vom Austausch der besten Argumente. Eine lebhafte Demokratie braucht die Zuspitzung.

Das allerdings ist Merkels Sache nicht. Ich würde ihr deshalb einen Rhetorik-Kurs schenken. Am liebsten bei Peer Steinbrück. Leider bietet er sowas nicht an, der Merkel-Herausforderer bei der Bundestagswahl 2013 hätte aber das Zeug dazu, der CDU-Bundesvorsitzenden ein paar Kniffe beizubringen, wie man Menschen mit ausgeklügelten Reden in seinen Bann zieht.

Ich erinnere mich noch gut an eine Haushaltsdebatte des Bundestags im November 2012. Wer damals erwartet hatte, dass sich daraus ein Rededuell zwischen Merkel und Steinbrück entwickeln würde, wurde jäh enttäuscht. Dabei lag es angesichts der erneuten Zuspitzung in der Griechenland-Frage nahe, dass sich die beiden zoffen. Aber nein, Merkel räumte dem Thema kaum Platz in ihrer Rede ein.

Angriffslustig gab sich nur Steinbrück („Die Stunde der Wahrheit ist da“), der nach allen Regeln der Redekunst die Merkel’schen Argumente zerpflückte. Merkel dagegen blieb betont sachlich, redete naturgemäß alles schön, was zuvor vom ehemaligen Bundesfinanzminister förmlich in der Luft zerrissen wurde. Dabei wirkte der Vortrag der Kanzlerin einschläfernd, der von Steinbrück rhetorisch brillant. Merkel spulte ihr „Erfolgsprogramm“ herunter und ließ sich dabei selbst von den andauernden Zwischenrufen aus der Oppositionsecke nicht aus dem Konzept bringen.

Nein, so macht die politische Auseinandersetzung keinen Spaß. Wer soll sich solche blutleeren Debatten bei Phoenix schon anschauen, wenn keine Emotionen gezeigt werden und es nicht mal ansatzweise kracht. Ergo: Frau Merkel hätte ein Rhetorikseminar dringend nötig. Da lernt sie dann, wie man seine Zuhörer erreicht, wie man Aufmerksamkeit schafft und wie man mit Zwischenrufen umgeht.

Dietmar Neuerer

Biographie Angela Merkel - Teil 3
Bundesumweltministerin
CDU-Generalsekretärin
CDU-Vorsitzende
Bundeskanzlerin

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) im Gespräch. Dahinter die Bilder von Merkels Vorgänger im Amt, Gerhard Schröder (SPD, l) und Helmut Kohl (CDU).

Foto: dpa

Liebe Frau Merkel,

ich weiß, als Kanzlerin haben Sie nicht viel Zeit, schon gar nicht für Nonsens. Deshalb schenke ich Ihnen zum Geburtstag etwas, was Ihnen eines Tages Ihr Leben retten könnte: Einen Schnellkurs Überlebenstraining.
Floßbauen, Selbstverteidigung mit bloßen Händen, ohne Wasser überleben – eben ein Lara-Croft-mäßiges Training für ganz Harte wie die Computer-Actionheldin. Wozu Sie das gebrauchen können? Sie haben Recht. Vermutlich nie. Es sei denn, Sie müssen mal von Afrika nach Lampedusa – und zwar in einer überfüllten Nussschale, um ihr Leben zu retten.

Wenn Schlepper zwar ihr Geld wollen, sie dafür aber doch nicht bis ins Gelobte Land alias ein überfülltes Auffanglager in Europa schmuggeln. Wenn der Kahn kentert, weil er nur Schrott ist. Wenn das Trinkwasser knapp wird und die anderen Flüchtlinge verdursten. Dann könnte das Lara-Croft-Training Ihr Leben retten.

Zehn Dinge über Merkel, die Sie garantiert nicht wussten
ÄNGSTE
HUMOR
LÄNDER
LERNEN
MÄNNER
SPRACHEN
STÄRKEN
TALENT
VORBILDER
VORLIEBEN
Quelle

Auch wenn Sie heil ankommen sollten, kann Ihnen das Training noch helfen: Denn Sie sind ja dann genauso cool, knallhart und unbesiegbar wie die Actionheldin. Die Verachtung der Menschen und unwürdige Umstände, die Sie als Flüchtling treffen werden, prallen dann einfach von Ihnen ab. Denn Sie sind dann ja Angie Croft.

Vermutlich wird das nie passieren. Zum Glück. Aber Überlebenstraining hilft ja auch im Bundestag oder beim nächsten EU-Gipfel – auch da müssen Sie ja ab zu die Luft anhalten – beispielsweise wenn mal wieder ein Journalist für Sie „Happy Birthday“ singen will – damit Sie nicht loslachen. Das Überlebenstraining ist also auf jeden Fall eine gute Sache.

Maike Freund

Die Rente ist durch - doch wann wird eigentlich die Kanzlerin in den Ruhestand gehen?

Foto: dpa

Im Kaufhaus der Weltwirtschaft

Erfolg einer Misstrauischen

Zum Glück lässt sich über Geschmack streiten: Bundeskanzlerin Angela Merkel (mit Bundespräsident Joachim Gauck) bekommt in Brasilien bei ihrer Ankunft eine Handball-Fußtasche geschenkt.

Foto: dpa

In der Wirtschaft ist Ideenklau verpönt – in der Politik offenbar nicht. Deutschlands Kanzlerin erfreut sich auch nach neun Jahren im Amt noch größter Beliebtheit. Und das, obwohl Angela Merkel die Pfeiler ihrer Politik gerne von der Konkurrenz klaut. Ob Mindestlohn oder Mietbremse, Energiewende oder Gleichstellung von Homosexuellen: Die Kanzlerin hat viele sozialdemokratische Themen in ihrer Amtszeit durchgesetzt.

Was ihr noch fehlt: die Mitgliedschaft bei der SPD. Das würde auch die Durchsetzung solcher Themen deutlich vereinfachen. Während sie sich in der CDU mit Konservativen und Horst Seehofer herumschlagen muss, würde sie dank ihrer Vorhaben in der SPD mit offenen Armen empfangen (außer vielleicht von Sigmar Gabriel, der sicher lieber selbst Kanzler wäre).

Staatsoberhäupter dürfen keine Schwäche zeigen. Doch jeder Mensch hat seine Ängste. Die größte Furcht der Bundeskanzlerin trägt Fell und hat vier Beine: Seit Angela Merkel vom Jagdhund ihres Nachbarn angefallen wurde, hat sie Angst vor den Vierbeinern. Wenn sie auf Reisen geht, informiert ihr Stab im Kanzleramt den Gastgeber deshalb: „Bitte keine Hunde!“ Alle halten sich daran – nur Wladimir Putin nicht. Auf Fotos sieht man, wie der Russe sich breitbeinig zurücklehnt und seine Hunde in Gegenwart der versteinerten Merkel zufrieden angrinst. Putin schenkte ihr deshalb sogar einen Stoffhund.

Foto: dpa - picture-alliance

Heruntergezogene Mundwinkel und trockene Reden: Die Bundeskanzlerin erweckt nicht gerade den Eindruck, eine Spaßkanone zu sein. Doch tatsächlich liebt Angela Merkel die Ironie. Und ja: Auch die Selbstironie. Unter den Kollegen gilt sie als sehr humorvoll, das attestierte ihr unter anderem Ex-US-Präsident George W. Bush.

Foto: dpa - picture-alliance

Trotz Geheimdienst- und Spionage-Affäre: Angela Merkel liebt Amerika. Insbesondere Kalifornien hat es ihr angetan. „Man müsste eigentlich viel öfter in den Westen der USA fahren“, hatte die Kanzlerin mal im Landeanflug auf die US-Hauptstadt geseufzt, „aber als Politiker kommt man ja in der Regel nur bis Washington.“

Foto: dpa - picture-alliance

Angela Merkel ist Akademikerin. Sie ist Doktor der Naturwissenschaften und promovierte mit magna cum laude in theoretischer Chemie. Als Wissenschaftlerin arbeitet sie nicht mehr, doch eines tut Angela Merkel noch heute: Lernen. Als Zuhörerin besitzt sie eine nahezu unendliche Geduld und saugt Gespräche in sich auf, wie ein Schwamm. Nach eigener Aussage lernte sie von Männern beispielsweise, wie wichtig eine tiefe Stimme ist: „Ich benutzte tiefe Töne heute häufiger“, gab sie 2013 in einem Interview mit der „Brigitte“ zu.

Foto: dpa - picture-alliance

Was mag Angela Merkel an Männern? „Schöne Augen“. Auch diese Aussage stammt aus besagtem Brigitte-Interview und es war das einzige, was Merkel sich zu diesem Thema jemals entlocken ließ. Merkels abschließender Kommentar dazu: „Das war doch jetzt schon viel.“

Foto: dpa - picture-alliance

In der Schule hatte Angela Merkel russisch statt englisch. Und wenn sie ihren Mann, Herrn Sauer, der an einer Universität in San Diego arbeitet besucht, bekommt sie beim Einkauf im Laden schon mal Probleme mit der Sprachbarriere. Unter den Sprachen fasziniert sie besonders Französisch, das sie aber ebenfalls nicht spricht. Verstehen kann sie dafür Wladimir Putin – der ebenfalls neben russisch auch deutsch spricht.

Foto: dpa - picture-alliance

Wenn Angela Merkel selbst nach ihren Stärken gefragt wird, nennt sie ihre „kamelartige Fähigkeit“ (tatsächlich ein Zitat), Kraft zu speichern, um Gipfel- und Koalitionsverhandlungen besser als andere durchzustehen. Dafür tankt sie am Wochenende Schlaf, um dann die Woche über mit weniger Ruhe auszukommen.

Foto: dpa - picture-alliance

Eine Fähigkeit, die man Angela Merkel wohl nun wirklich nicht zugetraut hätte, ist Prominente zu imitieren. Damit manifestiert sie unter Vertrauten ihren Ruf als Spaßkanone.

Foto: dpa - picture-alliance

Angela Merkels Vorbild ist Marie Curie, die 1911 den Chemie-Nobelpreis erhielt. Dabei faszinieren die Physikerin Merkel allerdings nicht Curies fachliche Fähigkeiten, sondern ihr Durchhaltevermögen. Das liegt auf einer Linie mit ihrem zweiten Vorbild – Sisyphus. Sie wissen schon, der, der trotz aller Rückschläge immer wieder den Stein den Berg hoch rollte.

Foto: dpa - picture-alliance

Milch oder Zucker kommt nicht in Angela Merkels Wachmacher, sie hat eine einfach Vorliebe: Ihren Kaffee trinkt sie immer schwarz.

Foto: dpa - picture-alliance

Dass Angie so beliebt ist, liegt vielleicht auch daran, dass sie gerne der Stimme des Volkes folgt. Und diese Stimme klingt derzeit eher sozialdemokratisch, mancher würde gar sagen: links. Vielleicht wird die Stimme bei den Sozialdemokraten sogar etwas deutlicher gehört, weil die SPD-Mitglieder als gewerkschaftsnah gelten und viele sich immer noch zur klassischen Arbeiterklasse zählen.

Angie ist zwar mehr Akademikerin als Arbeiterklasse, aber auch gelernte Pragmatikerin. Und dass sie sich gut anpassen kann, das hat sie in den vergangenen neun Jahren ihrer Kanzlerschaft ja bewiesen. Bleibt ihr nur zu wünschen, dass der Wechsel zur SPD nicht allzu viel Kante erfordert. Das nämlich hat sie in ihrer Kanzlerschaft bislang vermissen lassen.

Lisa Hegemann

„Die Rente mit 67 ist unvermeidlich“, sagte die Kanzlerin einst in einem Interview mit der „Zeit“. Doch was Merkel für volkswirtschaftlich vernünftig hält, muss noch lange nicht für sie persönlich gelten. In Berlin wird ja schon länger und in den vegangenen Wochen immer intensiver gemunkelt, dass sich Angela lieber selbst aus dem Amt verabschieden will anstatt wie ihre Vorgänger irgendwann abgeschossen zu werden.

Mit dem 60sten Geburtstag wird es also höchste Zeit sich mit den eigenen Optionen und Wünschen zu beschäftigen. Also muss sie sich einfach mal in die Materie einlesen – dazu gibt es von uns das perfekte Geschenk. Denn für neue Perspektiven gibt es nichts besseres als ein paar Ratgeber und Erfahrungsberichte zu wälzen. Die ganzen Berichte zur US-Spionage und die Details zum Freihandelsabkommen müssen ja nicht jede Nacht auf dem Kopfkissen liegen. Nur still ärgern und doch nichts zu ändern ist auf Dauer einfach nicht gesund.

Die Zielgruppe „Kanzlerinnen auf dem Absprung“ wird von den Verlagen noch nicht als tauglichen Massenmarkt wahrgenommen. Deswegen schenken wir direkt zwei Knallerbücher und markieren die wichtigsten Stellen vor. Aus Plötzlich Rentner – Ehrenämter gegen Langweile und Stabswechsel – Nachfolgeregelungen im Familienbetrieb kann Merkel alle relevanten Infos für die Zeit a. D. ziehen.

Und die geistigen Transferleistungen sind durchaus machbar: Während der Oberstudienrat mit dem Vorsitz beim örtlichen Tennisverein der drohenden Langeweile entgeht, kann sich die Noch-Kanzlerin eine ähnlichen Posten auf dem internationalen Polit-Parkett schnappen – etwa den des Uno-Generalsekretärs. Praktischerweise wird dieser wohl Ende 2016 neu vergeben.

Die Lektüre zu einer stabilen Nachfolgeregelung dürfte sich für die Kanzlerin allerdings nicht ganz so leicht weglesen. Dafür hat sie schon zu vielen Kronprinzen und -prinzessinnen ihr Vertrauen ausgesprochen – die daraufhin ihre politische Karriere beenden mussten.

Aktuell werden Ursula von der Leyen und – durchaus überraschend – Annegret Kramp-Karrenbauer Chancen auf das Merkel-Erbe eingeräumt. Vielleicht hilft unser Buch ja bei der Entscheidung, ob Merkel bei diesen Perspektiven tiefenentspannt aus dem Amt scheiden kann oder ob sie nicht doch noch einmal kräftig Vertrauen aussprechen muss.

Daniel Klager

Liebe Frau Merkel,

hierzulande weiß inzwischen jeder, dass Sie ein großer Fußball-Fan sind. Wahrscheinlich hat Ihr Auftritt am Sonntagabend im Maracana-Stadion von Rio der deutschen Mannschaft auch das nötige Quäntchen Glück zum WM-Sieg über Argentinien beschert. Als Glücksbringerin für die Mannen um Bundestrainer Joachim Löw sind Sie mir also auch in Zukunft hoch willkommen. Mit Ihrer Anwesenheit könnte es in zwei Jahren bei der Europameisterschaft in Frankreich vielleicht wieder zum Titel reichen.

Bei Ihrem Auftritt im Maraca hat mir allerdings eine Sache überhaupt nicht gefallen, nämlich ihre neue Handtasche in Fußballform und dann auch noch in Schwarz-Rot-Gold. Patriotismus hin oder her - das geht dann doch über die Grenzen des guten Geschmacks hinaus. Mit Verlaub, solch ein Täschchen sollte doch eher einem Teenager vorbehalten sein. Aber der deutschen Bundeskanzlerin?

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Deutschland

Wenn Sie Ihrer Freude über das gute deutsche Spiel Ausdruck verleihen wollen, dann gibt es noch genügend andere, vor allem stilvollere Mittel. Wie wäre es etwa mit einem klassischen Schal in Landesfarben? So manch anderer Landesvater hat schon lange vor Ihnen zum Schal gegriffen. Dieses Kleidungsstück hat sich als global anerkannter Fanartikel bewährt und verstößt garantiert nicht gegen die Regeln des guten Geschmacks.

Ein Ball als Handtasche, das geht jedenfalls gar nicht. Das wichtigste Sportgerät des Fußballs hat allenfalls etwas in den Fängen des Torwarts zu suchen, nicht aber am Riemchen und dann noch umgehängt über der Schulter der Kanzlerin. Damit so etwas nicht wieder passiert, hier mein ganz persönliches Geschenk. Nehmen Sie bitte diesen brasilianischen WM-Ball Brazuca entgegen, das ist eine angemessene Wahl und hat wirklich etwas mit Fußball zu tun. Dem Patriotismus wird schließlich auch noch Genüge getan: Adidas, der Hersteller, ist deutsch.

Herzlichst Ihr

Stefan Menzel

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