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Malaysischer StaatsfondsWem gehört der beschlagnahmte Monet?

In dem Geldwäscheskandal um den malaysischen Staatsfonds 1MDB ist ein Gemälde von Claude Monet aufgetaucht. Nun wird der Eigentümer des 2013 für neun Millionen Pfund versteigerten Bildes gesucht. Einfach ist das nicht.Susanne Schreiber 26.10.2016 - 20:22 Uhr Artikel anhören

Wem gehört das Gemälde von Claude Monet, hier zu sehen auf einem Foto von 2013 in London?

Foto: picture alliance / StockPix

Düsseldorf. Die amerikanischen Justizbehörden ermitteln seit längerem den angeblichen Betrug an dem malaysischen Staatsfonds 1 Malaysia Development Bhd (1MDB), der 2009 aufgelegt wurde. Laut WSJ geht es um den Verdacht der Geldwäsche und der Unterschlagung von 3,5 Milliarden US-Dollar. Im Sommer ließen die Ermittler neben Luxusimmobilien und einem Flugzeug auch hochpreisige Kunstwerke beschlagnahmen. Alles in allem haben diese festgesetzten Assets einen Gesamtwert von einer Milliarde Dollar.

Höchst undurchsichtig gestalten sich jetzt die Besitzverhältnisse eines konfiszierten Gemäldes von Claude Monet (1840-1926) mit dem Titel „Seerosen mit den Reflexen von hohem Gras“, gemalt zwischen 1914 und 1917.  Die US-Untersuchungsbehörden gingen davon aus, dass Jho Low, ein malaysischer Geschäftsmann, das millionenteure grün-blaue Seerosenbild mit Geld bezahlt hat aus dem 1MDB. Die Kunstszene kennt den Finanzier Jho Low als Bonvivant und Freund von Leonardo di Caprio. Jüngst noch hat Low u.a. die 48 Millionen Dollar-Rekordsumme hingeblättert für „Dustheads“, ein wichtiges Gemälde von Michel Basquiat.

Die zehn teuersten Kunstwerke bei Auktionen
Pablo Picassos „Die Frauen von Algier“ wurden bei Christie's in New York am 11. Mai 2015 für 179,365 Millionen Dollar versteigert. (Stand aller Angaben: Mai 2015)
Francis Bacons „Drei Studien von Lucian Freud“ wurde bei Christie's in New York am 12. November 2013 für 142,4 Millionen Dollar versteigert.
Alberto Giacomettis Skulptur „Zeigender Mann“, bei Christie's in New York am 11. Mai für 141,285 Millionen Dollar versteigert.
Edvard Munchs „Der Schrei“ wurde bei Sotheby's in New York am 2. Mai 2012 für 119,92 Millionen Dollar versteigert.
Pablo Picassos „Nackte, grüne Blätter und Büste“ wurde bei Christie's in New York am 4. Mai 2010 für 106,48 Millionen Dollar versteigert.
Andy Warhols „Silver Car Crash (Double Disaster)“ wurde bei Sotheby's in New York am 13. November 2013 für 105,44 Millionen Dollar versteigert.
Pablo Picassos „Junge mit Pfeife“ wurde bei Sotheby's in New York am 5. Mai 2004 für 104,16 Millionen Dollar versteigert.
Alberto Giacomettis Skulptur „Schreitender Mann I“ wurde bei Sotheby's in London am 3. Februar 2010 für 65 Millionen Pfund (103,93 Millionen Dollar, damals 74 Millionen Euro) versteigert.
Alberto Giacomettis Skulptur „Chariot (Karren)“ wurde bei Sotheby's in New York am 4. November 2014 für 100,96 Millionen Dollar versteigert.
Pablo Picassos „Dora Maar mit Katze“ wurde bei Sotheby's in New York am 3. Mai 2006 für 95,21 Millionen Dollar versteigert.

In einer eidesstattlichen Erklärung für das Bezirksgericht von Kalifornien erklärt nun David Nahmad, nicht Low, sondern er sei der Eigentümer des Seerosenbildes. David Nahmad ist einer der mächtigsten Kunsthändler der Welt. Mit seinem Clan und zwei Galerien in New York und London kauft und verkauft der Spitzenhändler mit Wohnsitz in Monaco kostspielige „Trophy Art“ im großen Stil. Unter Trophy Art versteht man Kunstwerke, die jeder sofort erkennt und ahnt, dass sie teuer gewesen sein müssen. Bevorzugt kaufen die Nahmads dann, wenn die großen Meister der Klassischen Moderne in einem Nachfragetief etwas günstiger zu haben sind. Gehortet werden diese Schätze in Zollfreilagern. Nur zu Messezeiten (etwa der Art Basel und der Frieze London) oder zu Ausstellungszwecken wird ein Teil des riesigen Bestands sichtbar.

Als Nummer 20 wurde die Teichszene am 5. Februar 2013 von Sotheby’s in London versteigert. Die Top-Ten-Preisliste weist einen Preis von gut 9 Millionen Pfund oder 14,2 Millionen Dollar aus. In seiner Erklärung nennt Nahmad indes einen Preis von 13,6 Millionen Dollar. Die Differenz dürfte dem Großkundenrabatt geschuldet sein. Eine Rechnung und weitere Dokumente in den Gerichtsakten aber weisen nach, dass Nahmad ein Jahr später Monets Spätwerk für 22,5 Millionen Dollar an Low zu verkaufen suchte. Nachvollziehbar ist aber nur, dass Jho Low eine Anzahlung von 2,25 Millionen Dollar geleistet hat.

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David Nahmad sagt nun, sein Kunde Low habe den Kauf nie vollständig abgewickelt. Deswegen klagt Nahmad jetzt auf Freigabe des beschlagnahmten Bildes.

Der Impressionist Claude Monet hat das Malen in Serien eingeführt. In seinem Garten in Giverny, 80 km vor Paris, ließ er eigens Teiche anlegen. Von deren flirrenden Lichtverhältnissen und Wasserspiegelungen hat er nicht weniger als 250 verschiedene Motive gemalt. Noch zu seinen Lebzeiten ließ Frankreich seinem Malerhelden im Musée de l‘ Orangerie in Paris zwei ovale Räume einrichten, in denen permanent acht dieser  Atmosphäre reichen Meisterwerke zu bewundern sind. Heute zahlen Kunstsammler auf dem Weltmarkt für ein Seerosenbild der obersten Spitzenklasse  bis zu 41 Millionen Pfund  oder 80,4 Millionen Dollar.

Die Wasserspiegel der schattigen Teiche sind undurchdringbar dunkel gemalt. Schwer da Licht hineinzubringen. Denn Großkäufer wie die Nahmads ersteigern in Auktionen nicht nur auf eigene Rechnung Kunstwerke, sondern auch im Namen ihrer Kunden. 

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