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Pfeiffer-Vacuum-ÜbernahmeFamilie Busch nimmt die Brechstange

Die Vakuumpumpen-Unternehmer erhöhen den Druck auf das Management beim Übernahmeziel Pfeiffer. Besonders das Verhalten des Pfeiffer-Aufsichtsratschefs Michael Oltmanns ist den Buschs ein Dorn im Auge.Martin-W. Buchenau 25.04.2017 - 16:26 Uhr Artikel anhören

Die Fäden bei der Übernahme in der Hand.

Foto: Jörg Gläscher/laif

Nun reicht es den Buschs. Die Unternehmerfamilie aus Baden, die ihr Geschäft mit Vakuumpumpen macht, will beim Konkurrenten Pfeiffer Vacuum eine Aussprache auf der Hauptversammlung am 23. Mai erzwingen. Und zwar über ihr erhöhtes Übernahmeangebot. Bislang lehnen Vorstand und Aufsichtsrat von Pfeiffer die Offerten ab, bezeichneten die letzte als „nicht angemessen“. Zudem haben die Buschs eine Einzelentlastung bei der Aktionärsversammlung beantragt.

„Für uns ist nicht nachvollziehbar, dass unser Übernahmeangebot nicht auf der Tagesordnung stand“, erklärt Sami Busch, einer der geschäftsführenden Gesellschafter der Gruppe. Busch besitzt bereits fast 30 Prozent der Aktien des hessischen Vakuumpumpenherstellers und hatte das Angebot von 96,20 auf 110 Euro je Aktie aufgestockt – das entspricht einer Bewertung von Pfeiffer von 1,09 Milliarden Euro.

Besonders das Verhalten des Aufsichtsratschefs von Pfeiffer, Michael Oltmanns, ist Sami Busch ein Dorn im Auge. Der 43-Jährige wirft ihm „fehlende Unabhängigkeit“ vor. So habe die Kanzlei von Oltmanns die kartellrechtliche Stellungnahme für Pfeiffer Vacuum erarbeitet und gegenüber der Kartellbehörde vertreten – für Busch eine bewusst nicht neutrale Position.

Beide Firmen sind mit rund einer halben Milliarde Euro Umsatz in etwa gleich groß. Die Basis für den Erfolg der Firma Busch hatte Gründer Karl, heute 87, mit der Entwicklung der R5 Vakuumpumpe im Jahr 1963 gelegt. In Maulburg im äußersten Südwesten Deutschlands entstand über Jahrzehnte ein Konzern mit mittlerweile 3.000 Mitarbeitern und Kunden aus den unterschiedlichsten Branchen.

Busch und seine türkische Ehefrau Ayhan führten das Unternehmen mit harter Hand – und ohne die Übernahme von Tarifverträgen. Seit einigen Jahren sind die drei Kinder mit den Eltern in der Firmenführung vereint. Neben Sami haben auch Sohn Kaya, 42, und Tochter Ayla, 47, in Harvard studiert. Sami arbeitete vor seinem Einstieg ins Unternehmen für die Beratungsfirma Boston Consulting. Neben Englisch und Deutsch spricht er auch Spanisch, Französisch und Türkisch. Gemeinsam mit seinen beiden Geschwistern zieht er jetzt die Strippen bei der Übernahme.

Die Hauptversammlung in einem Monat wird in jedem Fall turbulent. Zum Showdown kommt es allerdings erst eine Woche später, am 1. Juni. Dann läuft nämlich das Angebot ab.

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