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Jens Lütcke„Sofort“-Gründer verlässt das Unternehmen

Nach knapp zwölf Jahren begeht Jens Lütcke an diesem Freitag seinen letzten Arbeitstag beim Online-Zahlungsdienst Sofort GmbH. Bis zuletzt hat er das Fintech repräsentiert. Nun will er sich zunächst eine Auszeit gönnen.Katharina Schneider 19.05.2017 - 06:09 Uhr Artikel anhören

Nach knapp zwölf Jahren verlässt der promovierte Jurist die Sofort GmbH.

Foto: PR

Frankfurt. Es war sein letzter offizieller Auftritt als Geschäftsführer und Finanzchef des Online-Zahlungsdienstes Sofort GmbH, doch Jens Lütcke ließ sich nichts anmerken. Der 45-Jährige referierte am Mittwochabend in Frankfurt zu seinem Lieblingsthema, der EU-Zahlungsdienstrichtlinie PSD2.

Kaum jemand dürfte sich mehr über dieses europäische Regelwerk gefreut haben als Lütcke, denn für ihn geht damit ein langer Kampf zu Ende. Vor knapp zwölf Jahren hat der promovierte Internetrechtler das Finanz-Start-up mitgegründet. Die Sofort GmbH ist schnell gewachsen und zog schon 2009 den Argwohn der Deutschen Kreditwirtschaft auf sich. Die Banken wollten nicht, dass Kunden bei dem Online-Bezahlverfahren „Sofort Überweisung“ ihre Kontodaten an das Fintech herausgeben – und klagten.

Das Bundeskartellamt stellte sich schon seit 2010 hinter Sofort und entschied im vergangenen Jahr: Formulierungen in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen der kontoführenden Institute, die eine Nutzung von Diensten wie Sofort Überweisung behindern, seien unwirksam und stellten einen Kartellverstoß dar. Mit der PSD2 bekommt das Geschäftsmodell des Paypal-Konkurrenten nun eine neue juristische Grundlage. „Wir sind ein bankenfreundliches System“, wird Lütcke auch bei seinem letzten Auftritt nicht müde zu betonen. Auf Konfrontation sei er nie aus gewesen.

Deutsche Banken haben sich heftig gegen das Online-Bezahlsystem gewährt.

Foto: PR

Die anderen Gründer haben das Unternehmen nach und nach verlassen, Lütcke blieb der Sofort auch nach der Übernahme durch den schwedischen Konkurrenten Klarna vor drei Jahren treu. Nach der Zusammenführung sei es nun aber an der Zeit zu gehen, berichtet er dem Handelsblatt: „Ich möchte wieder Unternehmer sein und etwas Neues aufbauen.“ Genaueres verrät er nicht.

Dieser Freitag ist sein letzter Arbeitstag. Leicht fällt ihm der Abschied nicht, er habe „eine Menge Herzblut in das Unternehmen gesteckt“. Den Sommer über wolle er sich erstmal Zeit für die Familie nehmen und wieder Sport treiben. Das habe er als ehemaliger Spieler der Hockey-Bundesliga vermisst. Und dann sei da auch noch das Segelboot an einem See im Münchener Umland. Seine Aufgaben bei Sofort wird laut Klarna Georg Schardt übernehmen, der auch bisher schon Geschäftsführer war. Sofort Überweisung zählt in Deutschland bis heute 25 Millionen Kunden.

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