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Textil-Beratungsfirma FoursourceMehr Transparenz für die Modebranche

Das Start-up Foursource will Modefirmen und Stofflieferanten online zusammenbringen – und damit mehr Transparenz in den Markt bringen. Viele Händler wollen das System testen. Die ersten sind die Gründer jedoch nicht.Georg Weishaupt 02.08.2017 - 18:14 Uhr Artikel anhören

Die Textil-Beratungsfirma Foursource verspricht ihren Kunden volle Transparenz über die gesamte Stoff-Lieferkette.

Foto: Reuters

Düsseldorf. Wer seine Geschäftsidee hört, könnte ihn für einen Fantasten halten. Godecke Wessel hat das Unternehmen Foursource in Berlin gegründet, um eine weltweite Onlineplattform aufzubauen. Sie soll etwas erreichen, was vielen bisher nicht gelungen ist: mehr Transparenz auf dem Beschaffungsmarkt für Mode herzustellen.

Ihm geht es darum, dass sich Modefirmen und Hersteller schneller finden. So will er erreichen, „dass der Einkauf für die Modefirmen und die Kundensuche für die Lieferanten einfacher, kostengünstiger, risikoärmer und schneller wird“, wie er bei einem Gespräch in Berlin-Mitte erzählt.

Doch der 40-jährige Wirtschaftsingenieur ist kein Spinner, sondern ein Realist mit viel Praxiserfahrung in der Modebranche. Bevor er das Start-up Foursource im vergangenen Jahr gründete, arbeitete er lange als Geschäftsleiter Operations beim Strumpfhersteller Falke und war COO beim Online-Einrichtungshaus Westwing.

So tourt er zusammen mit seinem Partner Jonas Wand, der neun Jahre bei der Sport- und Lifestyle-Marke Bogner arbeitete, derzeit durch die Welt, um viele Modemarken und Modehändler sowie Lieferanten für sein Konzept zu gewinnen.

Bisher haben sich schon 150 Marken, die einen Einzelhandelsumsatz von immerhin 16 Milliarden US-Dollar repräsentieren, und etwa 1000 Hersteller bereiterklärt, die Dienstleistungen des Start-ups zu testen. Foursource beschäftigt heute 21 Mitarbeiter in der Firmenzentrale in Berlin sowie in Portugal (technische Entwicklung) und Indien.

Hochkarätiger Beirat

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Foursource ist nicht das erste Unternehmen, das sich daran wagt, eine Onlineplattform für den sehr komplexen Beschaffungsmarkt aufzubauen. „Manche bisherigen Versuche waren zu theoretisch“, weiß Susanne Pass vom Dialog Textil-Bekleidung e. V., einem Netzwerk von Unternehmen aus der textilen Kette von Aldi bis Bogner und vielen Herstellern in Asien.

Dem Foursource-Gründer Wessel und seinem COO Jonas Wand traut sie aber mit deren großen Erfahrung in der Modebranche zu, dass sie sich im Markt durchsetzen können. Den beiden ist es zumindest gelungen, bekannte Namen aus der Branche für ihren Unternehmensbeirat zu gewinnen. Dazu gehören Fabian Engelhorn, Inhaber des gleichnamigen Mannheimer Kaufhauses, sowie Michael Hauf, geschäftsführender Gesellschafter der Unternehmensberatung Hachmeister + Partner aus Bielefeld.

Wessel und Wand sind nicht die Einzigen, die vom Trend in der Branche zu mehr Transparenz in der Beschaffung profitieren wollen. So starten die beiden Münchener Unternehmer Wolfgang und Sebastian Klinder eine neue Messe: die Munich Apparel Source, wo sich vom 5. bis 7. September 200 Hersteller von Bekleidung und Accessoires aus aller Welt den Modemarken präsentieren wollen.

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