Chronext-Gründer Philipp Man und Ludwig Wurlitzer: Das tickende Geschäft mit dem Luxus
Die Mittzwanziger wollen den Handel mit Luxusuhren aufmischen.
Foto: Stefan Finger/laifDüsseldorf. Wenn Philipp Man kommende Woche zum Internationalen Uhrensalon nach Genf fährt, hat er acht verschiedene Luxusuhren dabei. „Damit ich immer die passende Uhr trage, wenn ich ein wichtiges Meeting mit dem jeweiligen Hersteller habe“, erzählt der eloquente 26-Jährige. Während bei vielen seiner Altersgenossen das Handy-Display die Armbanduhr obsolet gemacht hat, hat Man ein unverkennbares Uhrenfaible. Rund 28.000 verschiedene Luxusuhren hat er auf seinem Uhrenportal Chronext im Angebot, von Rolex über IWC bis Breitling. Durchschnittspreis 5.000 Euro. Mans Lieblingsuhr ist die Lange 1 von A. Lange & Söhne. Die ist bei Chronext derzeit für 26.990 Euro zu haben statt für 31.700 Euro.
Etwa 37 Milliarden Euro wurden 2017 weltweit mit Luxusuhren umgesetzt, schätzt die Beratung Bain. In Zeiten niedriger Zinsen ist der extravagante Zeitmesser nicht nur Statussymbol, sondern auch wertbeständiges Anlageobjekt. Doch in der Branche kriselt es, nicht zuletzt weil China verstärkt gegen Korruption vorgeht. Luxusuhren galten als beliebtes Geschenk für Beamte. Das verschärft noch das schon zuvor bestehende Überangebot – ein Problem, über das keiner im Markt gerne offen spricht. Philipp Man schrieb darüber seine Masterarbeit am Ende seines Managementstudiums in Cambridge und machte anschließend daraus seine Geschäftsidee.