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Thyssen-KruppNeuer Thyssen-Chefaufseher Bernhard Pellens – Zahlenexperte mit gutem Draht zur Krupp-Stiftung

Der Bochumer Wirtschaftsprofessor ist neuer Chefaufseher bei Thyssen-Krupp. Ursprünglich hatte er selbst einen Nachfolger für Ulrich Lehner gesucht.Kevin Knitterscheidt 01.10.2018 - 09:59 Uhr Artikel anhören

Was Pellens an Industrieerfahrung fehlt, macht er durch Zahlen-Expertise wieder wett: Der Professor lehrt Betriebswirtschaft und Internationale Unternehmensrechnung.

Foto: Thyssen-Krupp

Düsseldorf. Eher unverhofft wurde Bernhard Pellens vom Sucher zum Gesuchten: Am Sonntag kürte der Aufsichtsrat von Thyssen-Krupp den Bochumer Wirtschaftsprofessor einstimmig zum neuen Vorsitzenden. Er folgt damit auf Ulrich Lehner, der den Posten im Juli im Streit mit Finanzinvestoren geräumt hatte. Seither hatte Arbeitnehmervertreter Markus Grolms den Aufsichtsrat kommissarisch geleitet, nun gibt er den Vorsitz wieder ab.

Mit Pellens haben die Kontrolleure einen Chef aus ihrer Mitte ernannt: Der 62-Jährige sitzt bereits seit 2005 im Aufsichtsrat von Thyssen-Krupp und war zuletzt als Leiter des Nominierungsausschusses auch für die Suche nach einem Nachfolger für Lehner betraut.

Als Branchenfremder ist Pellens für den Posten des Oberaufsehers aber nur bedingt geeignet – und zählte daher anfangs auch nicht zum Kandidatenkreis. Dass er nun trotzdem selbst für Lehner nachrückt, dürfte vor allem mit den vielen Absagen zusammenhängen, die das Gremium zuletzt kassierte.

Was Pellens an Industrieerfahrung fehlt, macht er durch Zahlen-Expertise wieder wett: Der Professor lehrt Betriebswirtschaft und Internationale Unternehmensrechnung an der Bochumer Ruhr-Universität und ist Vizepräsident der Schmalenbach-Gesellschaft für Betriebswirtschaft.

Zudem könnte Pellens als Forscher einen besseren Draht zu Ursula Gather finden, als ihn seinerzeit Lehner hatte. Die Kuratoriumsvorsitzende der Krupp-Stiftung, die 21 Prozent am Unternehmen hält, ist derzeit die mächtigste Frau im Eigentümerkreis und sitzt seit Anfang des Jahres ebenfalls im Kontrollgremium. Zudem ist sie Mathematikprofessorin und Rektorin der Technischen Universität Dortmund.

Lehner hatte seinen Abgang im Juli auch mit Spannungen mit der Krupp-Stiftung erklärt. Für Pellens gab es von Gather indes Vorschusslorbeeren. „Er ist ein langjähriges und erfahrenes Mitglied im Aufsichtsrat“, erklärte die Stiftungschefin am Sonntag. In der Vergangenheit habe er eine Vielzahl von strategischen Entscheidungen erfolgreich begleitet und geprägt.

Als erste Amtshandlung erklärte Pellens noch am Sonntag seine Unterstützung für die Pläne des ebenfalls neu gekürten Vorstandschefs Guido Kerkhoff, Thyssen-Krupp in ein eigenständiges Technologie- und ein Werkstoff-Unternehmen aufzuspalten. „Damit geht das Unternehmen einen mutigen Schritt nach vorne“, so der Chefaufseher.

Nun muss er liefern. Denn auch wenn nun ein neuer Vorsitzender für den Aufsichtsrat gefunden wurde: Zwei Sitze in dem Gremium sind weiterhin vakant, nachdem neben Lehner im August auch der ehemalige Telekom-Chef René Obermann sein Amt zur Verfügung gestellt hatte.

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Spätestens zur Hauptversammlung in drei Monaten sollte Pellens zwei Kandidaten präsentieren können, die von den beiden wichtigsten Aktionären – der Krupp-Stiftung mit 21 und dem schwedischen Investmentfonds Cevian mit 18 Prozent – mitgetragen werden.

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