G20-Investment-Summit: Reformen und Leuchtturmprojekte sollen Afrika für Investoren attraktiv machen
Experten fordern, dass die Wirtschaftsförderung in Afrika endlich umgesetzt wird.
Foto: mauritius imagesBerlin. Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) bringt das Problem der deutschen Afrikapolitik in seinem neuen entwicklungspolitischen Konzept auf den Punkt: „Wir haben kein Erkenntnisproblem. Wir haben ein Handlungsproblem“, heißt es in der Einleitung. Auch Wirtschaftsvertreter beklagen immer wieder, dass seit dem G20-Gipfel 2017 in Hamburg erst wenig von den angekündigten Wirtschaftspartnerschaften, „Compacts with Africa“ genannt, umgesetzt wurde. „Es wird höchste Zeit, dass den Ankündigungen Taten folgen“, sagte Stefan Liebing, Vorsitzender des Afrikavereins der deutschen Wirtschaft, dem Handelsblatt.
Einen Schub in Richtung Taten soll an diesem Dienstag eine G20-Folgekonferenz bringen. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Regierungschefs jener elf afrikanischen Staaten nach Berlin zum „Investment-Summit“ eingeladen, die 2017 Investitionspartnerschaften mit der G20 geschlossen hatten. Mit den „Compacts“ verpflichteten sich Tunesien, Ghana, Elfenbeinküste, Marokko, Senegal, Äthiopien, Togo, Benin, Guinea, Ruanda und Ägypten zu Reformen, die den Rechtsrahmen für Investoren verbessern, Korruption eindämmen und verlässliche Steuersysteme schaffen.
Privatinvestoren sollen Jobs schaffen
Das Ziel: Für private Investoren werden sie attraktiver. Die Bundesregierung fördert darüber hinaus erfolgreiche Compact-Länder mit zusätzlicher Entwicklungshilfe, vor allem für Ausbildung oder Digitalprojekte. Generell will sie die Entwicklungszusammenarbeit stärker auf Wirtschaftsförderung ausrichten. An diesem Dienstag, erwarten Wirtschaftsvertreter, wird Merkel zudem einen neuen Entwicklungsinvestitionsfonds ankündigen, dessen Mittel das Investitionsrisiko kleiner und mittlerer Firmen abfedern sollen.