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Über 60 Satelliten an BordStarker Wind hält Falcon-9-Rakete am Boden

Heftige Winde halten eine SpaceX-Rakete am Boden, die mehr als 60 Satelliten ins All bringen soll. Darunter sind auch einige eher kurios anmutende Flugobjekte.Thomas Trösch 30.11.2018 - 11:46 Uhr Artikel anhören

Eine Falcon-9-Rakete an ihrem Startplatz auf der Vandenberg Air Force Base im US-Bundesstaat Kalifornien. (Foto: SpaceX)

Foto: Handelsblatt

Berlin. Der Wind meint es derzeit nicht gut mit Elon Musk. Erst bläst er ihm – bildlich gesprochen – kräftig ins Gesicht, nachdem sich der Tesla-Gründer mit unbedachten Tweets und öffentlichem Alkohol- und Marihuana-Konsum angreifbar gemacht hat. Und nun sorgt er – ganz real – dafür, dass Musks Weltraumunternehmen SpaceX mit einer neuen Erfolgsmeldung in Verzug gerät.

Heftige Winde am Startort, der Vandenberg Air Force Base im US-Bundesstaat Kalifornien, halten eine Falcon-9-Rakete am Boden, mit der SpaceX mehr als 60 Satelliten ins All befördern möchte. Der ursprünglich für vergangene Woche geplante Start musste mehrfach verschoben werden, jetzt soll die Rakete am kommenden Sonntag abheben.

Für SpaceX wäre ein erfolgreicher Start aus zwei Gründen bedeutsam: Zwar bliebe der Weltrekord für Satellitentransporte mit einer Rakete unangetastet – den hält weiterhin die indische Trägerrakete PSLV mit 104 Satelliten. Trotzdem könnte sich SpaceX mit einem erfolgreichen Start im lukrativen Satellitengeschäft weiter profilieren.

Zum anderen setzt das Unternehmen erstmals eine Rakete ein, die bereits zwei Flüge ins All hinter sich hat. Zwar ist die Falcon 9 ausdrücklich als wiederverwertbares Trägersystem konzipiert – ihre erste Stufe ist in der Lage, nach dem Abkoppeln zur Erde zurückzukehren und aufrecht zu landen.

Bislang wurden die Raketen jedoch nur jeweils einmal wiederverwendet. Mit der jetzt geplanten Mission käme SpaceX dem von Elon Musk selbst geäußerten Ziel von bis zu 10 Starts mit einer Rakete ohne größere Wartungsarbeiten also ein Stückchen näher.

Verantwortlich für die Nutzlast der Transportmission ist das US-Unternehmen Spaceflight Industries. Es hat eine bunte Mischung aus Forschungssatelliten und eher kurios anmutenden Flugobjekten zusammengestellt: Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt etwa hat mit Eucropis einen Satelliten an Bord, in dem Gemüse unter den Bedingungen der Schwerelosigkeit wachsen soll. Ein wichtiger Baustein für die Erschließung von Nahrungsmittelquellen bei längeren Raumflügen.

Zu den Kuriositäten zählt dagegen der Orbital Reflector, ein Kunstobjekt, mit dem das Sonnenlicht reflektiert werden soll und das von Astronomen eher kritisch gesehen wird. Auch eine kleine Goldstatue des ersten afroamerikanischen Raumfahrtanwärters Robert Henry Lawrence, die künftig um die Erde kreisen soll, muss nicht unbedingt zur wissenschaftlichen Nutzlast gerechnet werden.

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Für SpaceX bildet der Start der Falcon 9 den Auftakt für einige ereignisreiche Wochen. Neben Versorgungsflügen zur Raumstation ISS im Auftrag der Nasa will das Unternehmen Anfang Januar auch erstmals Crew Dragon, eine neu entwickelte Raumkapsel für bemannte Missionen, auf einen kurzen Testflug schicken.

Aufbauend auf diesem Raumschiff sollen einmal Missionen zur Mond oder Mars verwirklicht werden. Die Reise zum Roten Planeten hatte Elon Musk selbst erst vor wenigen Tagen wieder in den Blickpunkt gerückt – bei einem Auftritt, für den er deutlich bessere Kritiken erhielt als für seine Tweets oder seine Trink- und Rauchgewohnheiten.

Das Foto zu diesem Beitrag wurde nachträglich ausgetauscht, da es sich bei der ursprünglich gezeigten Rakete nicht um eine Falcon 9 handelte.

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