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Mietpreise in DeutschlandIn diesen Städten müssen Mieter am meisten zahlen

Die Mietpreise in Deutschlands Städten steigen seit Jahren – besonders in den Metropolregionen. Das sind die zehn Städte mit den höchsten Quadratmeterpreisen. 25.01.2024 - 13:05 Uhr Artikel anhören

Berlin zählt zu den teuersten Städten in Deutschland

Foto: dpa

Düsseldorf. Wer in einer deutschen Großstadt leben möchte, muss mit hohen Mietkosten rechnen. Die Preise sind in den vergangenen Jahren rasant gestiegen. Allein in Berlin haben die Neubaumieten im letzten Quartal 2023 um 3,6 Prozent angezogen, wie das Immoscout24-Wohnbarometer zeigt. 

Das ausufernde Mietniveau trifft die breite Bevölkerung. Denn in Deutschland wohnt etwa jede zweite Person zur Miete. Das ist ein Spitzenwert innerhalb der EU. Dabei lässt sich ein stetiger Anstieg der Mietpreise bundesweit beobachten. Fast alle größeren Städte sind davon betroffen.  

Doch wie genau unterscheiden sich die Mietpreise in den Großstädten? Wo ist der Quadratmeterpreis am höchsten? Das zeigt ein aktuelles Ranking des privaten Forschungsinstituts Empirica für das dritte Quartal 2023. 

Ausgewertet wurden Angebotsmieten für Wohnungen, die jeweils in den vergangenen zehn Jahren gebaut wurden, 60 bis 80 Quadratmeter groß und renoviert sind. Für die Analyse nutzte das Forschungsinstitut nach eigenen Angaben etwa zwei Millionen Inserate. Das zeichnet zwar kein allumfängliches Bild des deutschen Mietmarkts, offenbart aber Tendenzen. 

Ranking: Das sind die Städte mit den höchsten Mieten pro Quadratmeter

Platz 10 – Köln: 14,50 Euro pro Quadratmeter

Köln belegt den zehnten Platz im Ranking der teuersten Städte für Mieter.

Foto: dpa

Auf dem zehnten Platz im Ranking der teuersten Mietmetropolen rangiert Köln mit 14,50 Euro pro Quadratmeter. Laut Statistischem Bundesamt wohnen rund 1,08 Millionen Menschen in der Metropole. Experten gehen von mehr als 1,2 Millionen Einwohnern bis 2040 aus, was den Miet- und Immobilienmarkt zusätzlich belasten dürfte.

„Wir haben einen extrem angespannten Mietmarkt, es gibt so gut wie kein Angebot. Im Verhältnis zum Wohnungsbestand in Köln ist das Mietangebot verschwindend gering“, erklärt Roland Kampmeyer, der in mehreren Städten im Rheinland als Makler arbeitet.  Dazu käme ein erhöhter Kostendruck auf Vermieterseite, der zu steigenden Mietpreisen führe.

So erhöhte zuletzt etwa die GAG Immobilien AG, die mehrheitlich im Besitz der Stadt Köln ist, die Mieten für mehr als Tausend Wohnungen im Stadtgebiet.

Platz 9 – Hamburg: 14,68 Euro pro Quadratmeter

Hamburg gehört zu den teuersten Städten in Deutschland.

Foto: dpa

Auf Platz neun der Städte mit den höchsten Mietpreisen in Deutschland findet sich Hamburg. In der norddeutschen Stadt leben aktuell rund 1,89 Millionen Einwohner. Der durchschnittliche Mietpreis pro Quadratmeter bei Neuvertragsmieten lag hier im dritten Quartal 2023 bei 14,68 Euro. Zum Vergleich: Anfang 2016 lag das Niveau bei vergleichbaren Wohnungen noch bei 11,84 Euro.

Von jener Entwicklung sind nicht nur Neubauten betroffen. Laut Hamburger Mietspiegel sind die Wohnungsmieten für Objekte ohne Mietpreisbindung im Jahr 2023 gegenüber der vorigen Erhebung von 2021 im Schnitt um 5,8 Prozent gestiegen. Von 2019 bis 2021 war die Durchschnittsmiete in der Hansestadt bereits um 7,3 Prozent gestiegen. 

Kritiker bemängeln allerdings die Messung des Mietspiegels. So wurde anstelle des Medians das arithmetische Mittel berechnet, das anfälliger für Ausreißer in Gestalt von exorbitant hohen Mieten ist.  

Platz 8 – Potsdam: 14,89 Euro pro Quadratmeter

Potsdam hat nur wenig Leerstand.

Foto: dpa

Auch wenn an mehreren Stellen in Potsdam derzeit Mietwohnungen entstehen, etwa in Neu Fahrland und Babelsberg Süd, bleibt die Lage für Mieter angespannt. Die rund 186.000 Einwohner leben in einer Stadt, die nach eigenen Angaben kaum Leerstand hat. Entsprechend kompliziert gestaltet sich die Wohnungssuche – unabhängig von der Miethöhe. Letztere liegt bei Neuvertragsmieten bei durchschnittlich 14,89 Euro pro Quadratmeter

Platz 7 – Mainz: 14,98 Euro pro Quadratmeter

In Mainz kostet der Quadratmeter zur Miete rund 14,98 Euro.

Foto: dpa

Ein wenig teurer und damit auf dem siebten Platz rangiert Mainz, die Landeshauptstadt von Rheinland-Pfalz. Der durchschnittliche Mietpreis in Mainz lag bei Neuvertragsmieten im dritten Quartal 2023 bei 14,98 Euro pro Quadratmeter. Auch hier ist eine merkliche Steigerung des durchschnittlichen Mietpreises zu verzeichnen. Dieser lag im dritten Quartal 2019 noch bei 12,33 Euro pro Quadratmeter. Das bedeutete im damaligen Ranking der Städte mit den höchsten Mietkosten noch den fünften Rang.

Platz 6 – Heidelberg: 15,84 Euro pro Quadratmeter

Heidelberg zählt zu den teuersten Universitätsstädten hierzulande.

Foto: dpa

Heidelberg ist neu in diesem Ranking und landet mit einem durchschnittlichen Mietpreis von 15,84 Euro pro Quadratmeter für Neuvertragsmieten auf dem sechsten Platz. Damit gehört Heidelberg zugleich zu den teuersten Universitätsstädten in Deutschland. 

Im Kopernikusquartier der Bahnstadt entsteht aktuell ein neues Passivhausviertel mit Platz für 206 neue Wohnungen. Medienberichten zufolge sollen davon 54 Exemplare mietpreisgebunden sein. Bewohner zahlen dort nur 67 Prozent der ortsüblichen Miete. Hintergrund ist eine Vorgabe des Heidelberger Baulandmanagements.

Platz 5 – Stuttgart: 15,98 Euro pro Quadratmeter

Stuttgart gehört zu den teuersten Städten in Baden-Württemberg. 

Foto: juniart - stock.adobe.com

Auf Platz fünf der Städte mit den höchsten Mietkosten steht Stuttgart. Hier kostet der Quadratmeter im Schnitt 15,98 Euro. Zum Ende des Jahres 2022 lag der Preis von Angebotsmieten für Neubauten noch bei 15,56 Euro. 

Ähnlich wie in Berlin oder München ist auch in Stuttgart das Verhältnis von Durchschnittseinkommen zu Mietpreisen besonders schlecht. Hier müssen Mieter im Schnitt 29 Prozent ihres Nettoeinkommens für die Kaltmiete aufwenden, wenn sie eine Wohnung neu anmieten, zeigt eine Auswertung des Datendienstleisters 21st Real Estate.

Platz 4 – Freiburg: 16,72 Euro pro Quadratmeter

Freiburg belegt den vierten Platz im Ranking der teuersten Städte in Deutschland.

Foto: imago images/Björn Trotzki

Platz vier dieses Rankings belegt Freiburg im Breisgau. Die Stadt ist für ihre bereits 1457 gegründete Universität bekannt, die trotz der hohen Mietkosten nach wie vor viele junge Menschen anzieht. Die Universität und das dazugehörige Universitätsklinikum gehören zu den größten Arbeitgebern der Stadt. 

Die Mieter in Freiburg zahlten im dritten Quartal 2023 bei Neuvertragsmieten einen durchschnittlichen Mietpreis von 16,72 Euro pro Quadratmeter. Ende 2022 belief sich dieser Preis noch auf 15,26 Euro für einen Quadratmeter Wohnfläche. Das ist eine Steigerung von 1,46 Euro innerhalb von neun Monaten.

Ähnlich wie in Potsdam gibt es quasi keinen Leerstand in Freiburg. So liegt die Leerstandsquote in der Stadt aktuell zwischen 0,1 und 0,3 Prozent.

Platz 3 – Frankfurt am Main: 17,38 Euro pro Quadratmeter

Die Bankenmetropole landet auf dem dritten Platz.

Foto: dpa

Die drittteuerste Stadt Deutschlands für Mieter ist Frankfurt am Main. Neben der Deutschen Bank, der Commerzbank, der KfW Bankengruppe und der DZ Bank hat auch die Europäische Zentralbank ihren Sitz in der hessischen Stadt. Mieter müssen hier für das Wohnen tief in die Tasche greifen. Der durchschnittliche Mietpreis bei Neuvertragsmieten für Wohnungen im dritten Quartal 2023 lag in Frankfurt am Main bei 17,38 Euro pro Quadratmeter

Zieht man den Preis aus dem dritten Quartal 2019 heran, sind die Preise in Frankfurt um satte 3,05 Euro pro Quadratmeter gestiegen. Damals lag der durchschnittliche Mietpreis noch bei 14,33 Euro pro Quadratmeter – was im damaligen Ranking den zweiten Platz bedeutete.

Platz 2 – Berlin: 17,64 Euro pro Quadratmeter

Die Hauptstadt ist die zweitteuerste Stadt in Deutschland für Mieter.

Foto: dpa

Das Jahr 2023 war für Wohnungssuchende in Berlin mehr als angespannt. Deutschlands Hauptstadt liegt auf dem zweiten Platz dieses Rankings. Durchschnittlich 17,64 Euro pro Quadratmeter zahlen Berliner für Neuvertragsmieten. 

Unangefochtener deutscher Spitzenreiter ist die Stadt jedoch beim Preisanstieg innerhalb der vergangenen Jahre. So haben sich etwa die Quadratmeterpreise von Bestandswohnungen (80 Quadratmeter, 3 Zimmer, 2. Stock) von 2018 bis 2023 um satte 34 Prozent im Mittel verteuert.

Das zeigt eine Analyse des Immobilienportals Immowelt. Dabei habe der Zuzug von Geflüchteten aus der Ukraine laut Immowelt die Mieten in Berlin zuletzt getrieben. Auch könnten weiterhin Nachholeffekte wegen des gescheiterten Mietendeckels eine Rolle spielen.

Platz 1 – München: 21,01 Euro pro Quadratmeter

Seit Jahren Spitzenreiter bei den Mietkosten: München.

Foto: dpa

Die teuerste Stadt in Deutschland für Mieter bleibt München. Hier zahlten Mieter im dritten Quartal 2023 21,01 Euro pro Quadratmeter. Der Abstand zur zweitplatzierten Stadt Berlin ist mit fast vier Euro pro Quadratmeter sehr deutlich. Im dritten Quartal 2019 lag der Preis in München noch bei 17,50 Euro pro Quadratmeter. 

„Der aktuelle Mietspiegel für München wies durchschnittliche Mietsteigerungen von horrenden 21 Prozent im Vergleich zum vorherigen Mietspiegel auf“, kommentierte Mieterbund-Präsident Lukas Siebenkotten die gegenwärtige Situation. Bundesweit sei laut Siebenkotten ein Mietenstopp im Bestand, eine harte Mietpreisbremse für Neuvermietungen sowie das Verbot von Indexmieten notwendig. 

Quelle: Empirica

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Erstpublikation: 04.02.2022, 10:00 Uhr (zuletzt umfassend aktualisiert: 18.01.2024, 14:00 Uhr).

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