Dow Jones, Nasdaq, S&P 500: Kurse im Aufwind: Wall Street schüttelt Sorgen wegen Coronavirus ab
Den USA könne eine „längere Periode“ mit niedrigem Wachstum und stagnierender Einkommen drohen, warnt Fed-Chef Powell.
Foto: APNew York. Kursgewinne von Technologie- und Finanzwerten haben der Wall Street am Dienstag Auftrieb gegeben. Anleger reagierten erleichtert auf Äußerungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zum Ausbruch des Coronavirus in China. Die WHO hatte sich zuversichtlich gezeigt, dass die Regierung in Peking die Lage unter Kontrolle bringen könne. „China tut alles, was es kann, um das Virus einzudämmen“, sagte Marktstratege Ryan Detrick vom Finanzberater LPL Financial.
Der Dow-Jones-Index der Standardwerte beendete den Handel 0,7 Prozent höher bei knapp 28.723 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 stieg ein Prozent auf 3276 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq kletterte 1,4 Prozent auf fast 9270 Stellen. Zu Wochenbeginn hatten alle drei noch mächtig Federn gelassen. In Frankfurt schloss der Dax 0,9 Prozent fester bei knapp 13.324 Punkten.
Zu Wochenbeginn hatten alle drei noch mächtig Federn gelassen. „Heute schauen die Anleger genauer hin und sehen, dass die Bilanzsaison bislang ganz gut war“, sagte Detrick.
Frische US-Konjunkturdaten hatten positiven Einfluss auf die Notierungen. In den USA stiegen die Aufträge für langlebige Wirtschaftsgüter Ende 2019 unerwartet deutlich. Zudem hellte sich die Stimmung der US-Verbraucher im Januar unerwartet deutlich auf. Ferner legten die Preise am US-Immobilienmarkt im November stärker als erwartet zu und verzeichneten den größten Zuwachs seit neun Monaten.
Einzelwerte im Fokus
Apple: Der iPhone-Konzern hat das vergangene Weihnachtsgeschäft mit Rekordzahlen abgeschlossen. Der Quartalsumsatz stieg im Jahresvergleich um neun Prozent auf 91,8 Milliarden Dollar, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Der Gewinn erreichte 22,2 Milliarden Dollar nach knapp 20 Milliarden Dollar ein Jahr zuvor. Die Aktie stieg in einer ersten Reaktion im nachbörslichen Handel um drei Prozent.
Harley Davidson: Die Titel des Motorradherstellers rutschten dagegen um 3,9 Prozent ab und steuerten auf den größten Tagesverlust seit zwei Jahren zu. Auslöser des Ausverkaufs waren ein überraschend starker Umsatzrückgang und ein Gewinneinbruch des Motorradbauers.
Pfizer: Der Pharmariese verbuchte aufgrund wachsender Konkurrenz durch Nachahmermedikamente 2019 einen Umsatzrückgang und rechnet damit auch im laufenden Jahr. Die Aktien fielen um 5 Prozent, da die Erwartungen an den Gewinn je Aktie im vierten Quartal verfehlt wurden.
3M: Der Mischkonzern will mit einem neuen Geschäftsmodell und schlankeren Strukturen das Wachstum ankurbeln und effizienter werden. Der für 2020 angepeilte Gewinn je Aktie enttäuschte die Anleger, so dass die Papiere 5,7 Prozent verloren.
United Technologies (UTC): Gute Geschäfte mit der Luftfahrtindustrie verliehen dem Unternehmen im vierten Quartal einen Schub nach oben. Für 2020 aber stellt der Industriekonzern seine Investoren auf Abstriche ein: Auch aufgrund des anhaltenden Flugverbots und der Probleme mit Boeings Krisenjet 737 Max rechnet das Unternehmen mit einem Umsatzminus. Die Anteilscheine von United Technologies gewannen trotzdem 1,2 Prozent.