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Schweizer GroßbankRalph Hamers wird überraschend neuer UBS-Chef – „Das ist die Götterdämmerung“

Der bisherige CEO der niederländischen Großbank ING soll im November die Führung bei der UBS übernehmen. Es ist das Ende der Ära des langjährigen Chefs Sergio Ermotti.Felix Holtermann und Michael Brächer 20.02.2020 - 08:32 Uhr aktualisiert

Der Vorstandsvorsitzende der ING wechselt zur UBS.

Foto: Marko Priske für Handelsblatt

Frankfurt, Zürich. Führungswechsel bei der Schweizer Großbank UBS: Wie das Institut am Mittwochabend mitteilte, soll ING-Chef Ralph Hamers ab November den CEO-Posten übernehmen. Hamers löst damit Bankchef Sergio Ermotti ab, der die UBS fast neun Jahre lang geführt hat.

„Ralph ist der richtige CEO, um das nächste Kapitel in unserem Geschäft aufzuschlagen“, wird Verwaltungsratschef Axel Weber zitiert. Der Niederländer habe sich in einem „gründlichen und strengen Auswahlprozess“ durchgesetzt, so die UBS. Als erstes hatte die „Financial Times“ über den Wechsel berichtet.

Hamers steht seit 2013 an der Spitze der ING. Er hat der niederländischen Großbank eine Modernisierung der IT verordnet und den Ausbau der digitalen Kanäle vorangetrieben. Zudem baute die ING unter ihm das Geschäft mit Unternehmens- und Privatkunden in Märkten wie Deutschland aus.

Die Vermögensverwaltung für reiche Kunden spielte bei der ING jedoch kaum eine Rolle – ganz im Unterschied zur UBS. Sergio Ermotti hatte die Bank nach der Finanzkrise stark auf die Betreuung hochvermögender Kunden ausgerichtet. Bei der UBS soll sich Hamers ab September einarbeiten, bevor er dann zum 1. November die Leitung des Instituts übernimmt.

Chancen für die künftige Führung der Bank wurden in Zürich bislang auch dem Co-Leiter der Vermögensverwaltung, Iqbal Khan, sowie der operativen Chefin Sabine Keller-Busse eingeräumt. Doch Khan hat seine Position erst im vergangenen Oktober angetreten. Der 43-Jährige gilt als relativ unerfahren, zudem wird sein Name am Paradeplatz mit der Überwachungsaffäre rund um den UBS-Rivalen Credit Suisse in Verbindung gebracht. Sabine Keller-Busse soll dagegen eine ernstzunehmende interne Kandidatin gewesen sein, gegen die sich nun aber der 54-jährige Hamers durchgesetzt hat.

Auch wenn Hamers Nominierung als Überraschung gilt, deutete sich bei der UBS schon länger ein Führungswechsel an. Schon vor gut einem Jahr hatte Verwaltungsratschef Weber gesagt, dass die Bank am Nachfolgethema arbeite – und trat damit ein Rätselraten über mögliche Ermotti-Nachfolger los. Doch der Tessiner wollte gerne noch „mehrere Jahre“ weitermachen, hieß es damals in seinem Umfeld. Davon ist nun keine Rede mehr.

„Das ist die Götterdämmerung“, sagt ein Insider. Demnach soll Ermotti von der Entscheidung regelrecht überrascht worden sein. Der Tessiner habe ein wegweisendes Urteil aus Frankreich abwarten wollen, wo der UBS im Steuerstreit mit den Behörden eine milliardenschwere Strafe droht.

Ermotti habe den Zeitpunkt seines Abgangs nicht selbst gewählt, so ein weiterer Insider. Verwaltungsratschef Weber habe vielmehr Führungsstärke beweisen wollen – auch im Vergleich zur Credit Suisse. Bei dem Schweizer Erzrivalen hatten sich Verwaltungsratschef Urs Rohner und der CEO Tidjane Thiam einen Machtkampf geleistet, bevor Thiam das Institut in der vergangenen Woche verließ.

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Die UBS stellt die Nachfolge dagegen in ihrer Pressemitteilung ganz anders da. Verwaltungsratschef Weber spricht von einer „konstruktiver Zusammenarbeit“ mit Ermotti bei der Nachfolgersuche. Der Verwaltungsrat bedankt sich bei Ermotti für dessen „außerordentlichen Einsatz und Beitrag, den er über die vergangenen neun Jahre, in denen er als CEO tätig war, zum Erfolg der Bank geleistet hat“.

Mit Hamers Berufung als CEO sind die Führungsfragen bei der UBS aber womöglich noch längst nicht geklärt. Schon länger ist in Zürich die Rede davon, dass sich Ermotti Hoffnungen darauf macht, eines Tages Axel Weber an der Spitze des Verwaltungsrates zu beerben – und das womöglich gar mit einem nahtlosen Wechsel vom CEO-Posten in den Verwaltungsrat. Weber, der bis 2022 im Amt bleiben will, soll dagegen stets auf die Einhaltung der sogenannten Abkühlphase gepocht haben, die bis zu zwei Jahre dauern soll.

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