Serie: Die Strategien der Börsengurus: Ausstieg mit nur 46 Jahren: Wie Peter Lynch mithilfe von Unterwäsche zum Erfolg fand
Frankfurt. Wie lange braucht es, um einen Mythos zu schaffen? Im Falle von Peter Lynch waren es lediglich 13 Jahre. Er schlug beim großen US-Fondshaus Fidelity mit seinem Aktienfonds „Magellan Fund“ fast jedes Jahr den Index.
Seinen Anlegern bescherte er damit eine durchschnittliche Jahresrendite von erstaunlichen 29 Prozent. Als er 1977 startete, steckten im Fonds 18 Millionen Dollar. Als er 1990 aufhörte, waren es 14 Milliarden Dollar.
Der Amerikaner konzentrierte sich immer auf die Firmenanalyse, suchte nach guten Geschäftsmodellen. Er prägte den Begriff der Verzehnfacher. Damit gemeint sind Aktien, deren Kurs sich im Laufe der Jahre verzehnfachen könnten. Davon reichten ihm wenige, wie Lynch immer sagte. Diese wenigen Superperformer würden dann Belastungen durch die weniger gut laufenden Aktien überkompensieren.
Er setzte diese scheinbar einfache Idee erfolgreich um – und konnte letztlich bereits mit 46 Jahren seine Arbeit als Fondsmanager beenden.
Den Zugang zum Finanzgeschäft fand Lynch über Umwege. Sein Vater starb früh, sodass er schon als kleiner Junge dabei half, Geld für die Familie mitzuverdienen. Er arbeitete in den 1950er-Jahren als Caddy auf einem Golfplatz. Dort begegnete er Firmenführern, die über Geschäfte und Aussichten für Aktien plauderten. Lynch verfolgte die Entwicklung der Unternehmen dann zu Hause in den Zeitungen. Es war eine Zeit gut laufender Aktienmärkte. Er folgte den Aktienkursen der Unternehmen und begann, sich für das Thema zu interessieren.