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  4. Neues Gesetz sieht verschärfte Regeln gegen Bilanzfälscher vor

Bilanz-SkandalScholz will Wirecard-Gesetz bis zum Ende der Legislaturperiode verabschieden

Das Gesetz soll Regeln im Umgang mit Anlagebetrügern und Bilanzfälschern verschärfen. Der Bundesfinanzminister hat seine Kollegen zur zügigen Bearbeitung aufgefordert. 20.10.2020 - 02:41 Uhr Artikel anhören

Mit dem Gesetz sollen die nach dem Wirecard-Skandal versprochenen schärferen Regeln gegen Anlagebetrüger und Bilanzfälscher umgesetzt werden.

Foto: dpa

Berlin. Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) hat den Gesetzentwurf für schärfere Prüf- und Haftungsregeln in die Ressortabstimmung gegeben und alle Kollegen aufgefordert, zügig mitzuarbeiten. „Alle, die zusammen mit mir grundlegende Reformen gefordert haben, können nun zeigen, wie ernst es Ihnen ist“, sagte Scholz der „Süddeutschen Zeitung“ (Dienstagausgabe). „Lippenbekenntnisse sind nicht genug, jetzt brauchen wir wirkliche Unterstützung“. Mit dem „Gesetz zur Stärkung der Finanzmarktintegrität“ sollen die nach dem Skandal um den Zahlungsdienstleister Wirecard versprochenen schärferen Regeln gegen Anlagebetrüger und Bilanzfälscher umgesetzt werden.

Scholz hatte die Regeln zusammen mit Justizministerin Christine Lambrecht (SPD) erarbeitet. Das Kanzleramt hatte den Entwurf geprüft und die Abstimmung mit den anderen Ministerien zugelassen. Scholz forderte die Kollegen auf, zügig mitzuarbeiten. Er habe „ein klares Ziel“, sagte Scholz. „Die schärferen Regeln sollen noch in dieser Legislaturperiode kommen.“

Der Gesetzentwurf sieht striktere Pflichten und Auflagen für Wirtschaftsprüfer vor und ein härteres Durchgreifen der Finanzaufsicht bei Verdacht auf kriminelle Machenschaften. Bilanzprüfer sollen anders als bisher alle zehn Jahre das Unternehmen wechseln – wie es in Europa üblich ist. Wirtschaftsprüfer sollen kaum noch gleichzeitig beraten und prüfen.

Scholz und Lambrecht ziehen mit dem Gesetzentwurf die Konsequenzen aus dem im Juni aufgeflogenen Betrug des ehemaligen Dax-Konzerns Wirecard, der Anleger unter den Augen von Prüfern und Politik um mehr als drei Milliarden Euro geprellt hat.

rtr
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