Autonomes Fahren: Mercedes will die S-Klasse zum Autobahn-Chauffeur machen
Der Fahrer kann das Lenkrad in bestimmten Situationen loslassen.
Foto: DaimlerImmendingen. Auf den ersten Blick sind es nur zwei Knöpfe oberhalb der Daumenmulden im Lenkrad. Aber Daimler-Ingenieur Michael Decker versichert: Wer sie drückt, betritt eine völlig andere Welt. Eine Sekunde später blinken drei türkisfarbene Lichter rund um das Lenkrad auf. Der sogenannte Drive-Pilot in der S-Klasse ist nun aktiv, das Auto fährt autonom.
„Jetzt können wir uns den Nebentätigkeiten zuwenden“, bekundet Decker stolz und lässt das Lenkrad los. Der Leiter des Bereichs Automated Driving bei dem Mercedes-Hersteller schaltet die ZDF-Küchenschlacht auf dem Display ein. Dem Treiben draußen auf der vierspurigen Straße schenkt der Manager dabei keinerlei Beachtung mehr. „Das dürfen Sie bald wirklich im Level-3-Betrieb machen“, frohlockt Decker: „Das ist der große Paradigmenwechsel.“
Noch kurvt die hochautomatisiert fahrende S-Klasse mit dem Entwickler an Bord nur auf dem Daimler-Testgelände im badischen Immendingen umher. Aber schon ab der zweiten Jahreshälfte 2021 könnte der Drive-Pilot von Mercedes im Alltag auf deutschen Autobahnen erstmals zum Einsatz kommen – zumindest auf geeigneten Streckenabschnitten, bei Stau oder stockendem Verkehr und einer Höchstgeschwindigkeit von maximal 60 Kilometern pro Stunde. Das ist die aktuelle Gesetzeslage.