Nordcloud: IBM kauft schnell wachsende Cloud-Firma aus Finnland
Vor der Aufspaltung kauft sich der Konzern in das stark wachsende Cloudgeschäft ein.
Foto: APDüsseldorf. IBM baut mit einer Akquisition sein Cloudgeschäft aus: Der Konzern übernimmt Nordcloud aus Finnland. Die Firma hilft Unternehmen in zehn europäischen Ländern, ihre Geschäftsabläufe in die Cloud zu verlagern. „Nordcloud ist eine stark wachsende Firma, mit der wir unsere Hybrid-Cloud-Strategie noch glaubwürdiger voranbringen“, sagte Gregor Pillen, Deutschlandchef von IBM.
In einem radikalen Schritt trennte der neue IBM-CEO Arvind Krishna vor wenigen Wochen das Unternehmen in zwei Einheiten. Ende des nächsten Jahres wird das bisherige Wartungsgeschäft für IT-Infrastruktur wie Netzwerke, Großrechner, Datenspeicher, PCs oder Rechenzentren für rund 4600 Kunden in über 100 Ländern abgetrennt – ein Geschäft mit gut 19 Milliarden Dollar Jahresumsatz. Gut 90.000 Mitarbeiter sollen im neuen Unternehmen angesiedelt werden.
Übrig bleibt ein IBM-Geschäft, das mehr Wachstum und eine höhere Börsenbewertung verspricht. Mit rund 260.000 Mitarbeitern wird es seine Umsätze künftig vor allem mit Produkten und Software vornehmlich in der Cloud erzielen. Dabei spielt die Cloudfirma Red Hat – vor gut einem Jahr für 34 Milliarden Dollar erworben – eine zentrale Rolle.
Nordcloud konnte laut eigenen Angaben die Umsätze von 2016 bis 2019 auf geschätzte 63 Millionen Euro verfünffachen. In diesem Jahr dürfte sich der Erlös auf einen dreistelligen Millionenbetrag erhöht haben. Die Firma wurde 2011 in Helsinki gegründet und beschäftigt mehr als 400 Mitarbeiter.
Zum Kaufpreis wurde nichts gesagt. Die Übernahme dürfte aber angesichts der hohen Börsenbewertungen von Cloud-Software-Unternehmen sehr teuer gewesen sein. Erst vor wenigen Wochen übernahm Salesforce für das 26-Fache des Umsatzes den Bürokommunikationsdienst Slack.