Interview: Wirtschaftsweise Monika Schnitzer fordert höheres Renteneintrittsalter
Die Wirtschaftsweise spricht sich für eine Erhöhung des Renteneintrittsalters aus.
Foto: dpaBerlin. Monika Schnitzer blickt auf ein bewegtes erstes Jahr zurück. Kaum war die Ökonomin eine von fünf Wirtschaftsweisen geworden, brach die Coronakrise los – und stellte die ökonomische Welt auf den Kopf.
Im Interview mit dem Handelsblatt fordert die Wirtschaftswissenschaftlerin die Politik auf, sich nach der akuten Krisenbekämpfung schnell um die längerfristigen Folgen der Krise zu kümmern. So fordert sie etwa eine rasche Erhöhung des Renteneintrittsalters.
„Wir werden nicht umhinkommen, die Lebensarbeitszeit zu verlängern. Und da müssen wir rasch handeln, weil es leichter zu akzeptieren ist, wenn die Menschen wissen: Diese Verlängerung setzt erst in ein paar Jahren ein“, sagte Schnitzer.
Die Politik müsse sich dringend stärker mit dem demografischen Wandel auseinandersetzen, „erst recht nach der Krise, weil sich durch die vielen Hilfsmaßnahmen die Staatsschulden enorm erhöhen werden“.
Die Schulden dürfe die Politik „nicht allein der nächsten Generation aufbürden und ihr dann auch noch zumuten, die zunehmende Anzahl an Rentnerinnen und Rentnern zu finanzieren“. Schnitzer plädiert daher auch dafür, notwendige höhere staatliche Investitionen „im Rahmen der Schuldenbremse zu verstetigen“.