Dow Jones, Nasdaq, S&P 500: US-Börsen lassen sich ihre Rekordlaune nicht verderben – Tesla knackt weitere Marke
In der berühmten Straße befindet sich der Sitz der New York Stock Exchange.
Foto: dpaFrankfurt/New York. Die Anleger an der Wall Street lassen sich ihre Rekordlaune von einem Einbruch am US-Arbeitsmarkt nicht verderben. Positive Impfstoffdaten und Spekulationen auf größere Fiskalpakte und Infrastrukturausgaben unter einem von den Demokraten geführten Kongress hievten die Technologiebörse Nasdaq und den breiter gefassten S&P-500-Index am Freitag zeitweise auf neue Allzeithochs.
„Die Partei, die die Kontrolle hat, wird der Wirtschaft eine Menge Impulse und Ausgaben in die Wirtschaft bringen wollen, was kurzfristig gut für das Wirtschaftswachstum sein wird, und der Markt ist mit dem Ergebnis zufrieden“, sagte Stratege Ross Mayfield vom Investmenthaus Baird.
Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,2 Prozent höher auf 31.097 Punkten. Der technologielastige Nasdaq rückte rund ein Prozent auf 13.201 Punkte vor. Der breit gefasste S&P 500 legte 0,5 Prozent auf 3824 Punkte zu.
Enttäuschende Arbeitsmarktdaten dämpften die Kursentwicklung im Handelsverlauf. Auf dem US-Arbeitsmarkt gingen im Dezember 140.000 Stellen außerhalb der Landwirtschaft verloren. Analysten hatten eigentlich mit einem leichten Zuwachs gerechnet.
Durch die gewonnene Mehrheit der Demokraten im Senat ist es jedoch wahrscheinlich, dass es bald weitere Konjunkturhilfen und expansive fiskalpolitische Maßnahmen gibt. „Die Politik wird um weitere Hilfen für Arbeitslose nicht herumkommen“, meint der Ökonom Bastian Hepperle vom Bankhaus Lampe. Die Demokraten fordern seit Langem, die Wirtschaft mit massiven Ausgabenprogrammen anzukurbeln und so die Folgen der Pandemie zu lindern.
Auch die Geldpolitik dürfte sehr locker bleiben. Die Fed dürfte sich „in ihrer ultra-expansiven Geldpolitik bestätigt sehen“, erklärte Helaba-Analyst Ralf Umlauf. „Änderungsbedarf ist nicht auszumachen, obwohl sich die Lohnentwicklung beschleunigt hat und die Arbeitslosigkeit stabil blieb.“ Das treibt die Aktienkurse, wie der bankenunabhängige Analyst Klaus Deppermann anführt: „So viel billiges Geld wie noch nie fließt in Aktien und treibt deren Kurse immer weiter nach oben.“
Tesla-Aktie legt erneut zu
Im Fokus der Investoren bleibt weiter die Tesla-Aktie. Ihre Rally ist mit realwirtschaftlichen Daten nicht mehr zu erklären. Der E-Auto-Pionier ist an der Börse erstmals mehr als 800 Milliarden Dollar wert. Die von Rekord zu Rekord eilende Aktie stieg zeitweise um 8,4 Prozent auf ein Allzeithoch von 884 Dollar.
Das wirkt sich auch auf die Marktkapitalisierung aus. Mit mehr als 800 Milliarden Dollar wird der Elektroautopionier an der Börse inzwischen höher bewertet als Facebook. Das Online-Netzwerk kommt auf eine Marktkapitalisierung von 765 Milliarden Dollar. Vor dem Elektroautobauer liegen noch die Tech-Riesen Apple, Microsoft, Amazon und Alphabet.
NYSE bereitet Delisting vor
Letztmals werden am Freitag die Aktien dreier chinesischer Telekommunikationsunternehmen an der New Yorker Börse gehandelt. Die New York Stock Exchange (NYSE) hatte sich entschieden, China Telecom, China Mobile und China Unicorn zum 11. Januar vom Aktienhandel auszuschließen und sich dabei auf einen Erlass der US-Regierung aus dem November bezogen.
Die zwischenzeitliche Entscheidung, den Ausschluss aufzuheben, widerrief die NYSE nach Intervention von US-Finanzminister Steven Mnuchin. Die doppelte Kehrtwende hatte Anleger nervös gemacht und dem Börsenbetreiber viel Kritik aus der Finanzwelt eingebracht. Am Freitag finden die Kurse der drei betroffenen Unternehmen keine klare Richtung.
Blick auf weitere Einzelwerte:
Apple: Der südkoreanische Autobauer Hyundai und der US-Tech-Riese Apple wollen gemeinsam die Entwicklung von Roboterautos vorantreiben. Hyundai bestätigte Kontakte mit Apple, sagte aber zunächst nicht, worum es dabei geht. Apple-Aktien legten um knapp ein Prozent zu.
Moderna: Die Aktie des Biotech-Unternehmens gewann zunächst fast zwei Prozent, notierte dann aber zwei Prozent niedriger. Der Corona-Impfstoff des US-Konzerns ist in Großbritannien zugelassen worden.
Boeing: Nach dem Debakel um die Abstürze von zwei Maschinen des Typs 737-Max zahlt der Flugzeugbauer mehr als 2,5 Milliarden Dollar Strafe. An den Aktienmärkten lässt sich aber nur eine geringfügige Reaktion beobachten. Boeing-Anteile in New York verloren 1,3 Prozent auf knapp 210 Dollar.
F5 Networks: Der Anwendungsentwickler kauft das Start-up Volterra, das Dienstleistungen im Cloud-Computing anbietet. F5-Networks-Aktien ziehen um 6,2 Prozent auf 191 Dollar an.